0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 31

Dennis Scheider ist tot

0

“Ihr Lieben”, so Muff Potter auf ihren Social-Media-Profilen. “Wir haben heute leider eine sehr traurige Nachricht für euch: Unser Freund Dennis Scheider ist gestern nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Mit 47 Jahren viel zu früh! Wir sind schockiert und fassungslos. Dennis hat die Band Muff Potter über lange Jahre ganz entscheidend mitgeprägt. Natürlich in seiner Funktion als Gitarrist, Komponist und Texter, vor allem aber durch seinen unverwüstlichen Optimismus, seine Offenheit und nicht zuletzt seinen ganz eigenen, speziellen Witz. Wir sind unendlich dankbar, dass wir diese lange und intensive Zeit mit dir verbringen durften, Dennis. Du wirst für immer in unseren Herzen sein. Unsere Gedanken sind bei seinen engsten Angehörigen.”

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Muff Potter (@muffpotterofficial)

Scheider war seit 1997 bei Muff Potter, er folgte auf Gründungsgitarrist Bernd Ahlert. Von da an war er auf jedem Album bis einschließlich “Gute Aussicht” (2009) vertreten, nach dem die Band sich vorerst auflöste. Auch an der Reunion ab 2018 war er beteiligt, veröffentlichte mit der Band 2020 den Song “Was willst du” und erledigte beim Song “Kittchen” zusätzliche Aufnahmen, schied aber im selben Jahr wieder aus. “Kittchen” ist bei der Deluxe-Edition des Comebackalbums “Bei aller Liebe” (2022) auf der Bonus-Single enthalten.

Während Muff Potter aufgelöst waren, gründete Scheider die Band Hotel Schneider und veröffentlichte mit ihr 2016 das Album “Zurück in den Ring”. Außerdem stand er dem Label Richard Mohlmann Records vor und arbeitete als Musikproduzent und Komponist für verschiedene Bands und Werbekampagnen. Daneben hatte er die Filmproduktionsfirma Sure Shot Film. Sein Musikprojekt nach seinem Ausstieg bei Muff Potter war Die Tiere, mit dem er im Mai 2024 die EP “Wir wollen nichts” veröffentlichte.

Freund:innen und Bekannte aus der Musikwelt zeigen sich in ersten Reaktionen auf Scheiders Tod geschockt. Einen längeren Beitrag gibt es von Donots-Sänger Ingo Knollmann. Darin hebt er Scheiders angenehme Persönlichkeit und musikalisches Talent hervor.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Ingo Donot Official (@ingodonot)

Zeitplan veröffentlicht

0

Das jährlich in Beverungen stattfindende Orange Blossom Special, hat den Zeitplan für die diesjährige Ausgabe bekannt gegeben, die nach dem Motto „Als gäbe es ein Morgen“ ausgetragen wird. Den Auftakt auf der Hauptbühne macht am Freitagnachmittag die Wiener Indie-Band Gardens, gefolgt von Personal Trainer, Botticelli Baby, Shirley Holmes und Cari Cari. Das Dortmunder Grunge-Duo The Pighounds sorgt währenddessen auf der Minibühne für Stimmung.

Samstag geht es dann ab 11:30 Uhr mit Grillmaster Flash & The Jungs auf der Hauptbühne weiter. Außerdem für Samstag eingeplant sind Tommy & The Teleboys, Stina Holmquist, Good Looks, Egyptian Blue, Dylan Leblanc sowie Suzan Köcher’s Suprafon. Der Tag wird von der Post-Punk-Band Marathon abgeschlossen. Die Minibühne wird am Samstag von Randale und Schreng Schreng & LA LA mit jeweiligen Doppel-Sets bespielt. Der Samstag bietet neben den musikalischen Highlights auch ein üppiges Rahmenprogramm, welches vom Lauftreff, über Kräuterwanderungen, eine DKMS-Typisierungsaktion, bis hin zu einer Lesung von Thorsten Nagelschmidt reicht.

Auch am Sonntag wird wieder gelesen, dieses Mal jedoch von Bela B Felsenheimer, der seinen zweiten Roman „Fun“ ab 13 Uhr auf der Hauptbühne vorstellt. Davor wird der mit Spannung erwartete Surprise-Act seinen Auftritt haben. Um wen es sich handelt, ist logischerweise unklar. Fest steht aber: „Neil Young tritt schon wieder nicht auf. Und Kraftklub auch nicht. Aber der Luftgitarrenverleih ist wieder dabei“. Bis King Hannah das familiäre DIY-Festival am Sonntagabend abschließen, gibt es außerdem Auftritte von Smile, Jesper Munk, Engin, Soft Loft, Willow Parlo und Daily Thompson sowie weitere Rahmenprogrammpunkte für Groß und Klein.

Die britische Alt-Country-Band Divorce, hatte ihren Auftritt beim OBS Anfang der Woche abgesagt. Als Ersatz spielen Botticelli Baby.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Orange Blossom Special Festival (@obsfestival)

»Flamboyantes Alter Ego«

0

Slung haben ihr Debüt-Album “In Ways” angekündigt, das am 2. Mai bei Fat Dracula erscheint. Vorab gibt es bereits drei Singles der Engländer:innen zu hören – jede davon mit Musikvideo.

Die zuletzt erschienene Auskopplung “Thinking About It” bringt eine gewisse Verspieltheit mit: “Der Arbeitstitel für den Song war ‘Tasty Girl’ – jedes Mal, wenn ich die Lyrics improvisieren wollte, kamen schmierige Anmachsprüche dabei rum”, erinnert sich Slung-Sängerin Katie Oldham. “Am Ende haben wir uns dann einfach dazu entschieden, mit dem Flow zu gehen und die Geschichte aus der Perspektive einer weiblichen Aufreißerin auf der Pirsch zu erzählen. Ich liebe die Vorstellung eines Alter-Egos: eine super egoistische, selbstbewusste, aber nicht bedrohlichen Casanova-Figur, die glaubt, unwiderstehlich zu sein.”

Leichtigkeit mit Message

“Queere Referenzen sind mir sehr wichtig in unseren Songs, weil sowohl ich als auch meine Freund:innen sich als queer identifizieren”, so Oldham weiter. “Das Thema des Songs ist außerdem sehr repräsentativ für Bi-Panic – wenn man eine Frau trifft, an sie denkt und sich fragt, ob sie einen wohl auf die gleiche Weise sieht. Es ist ein leichterer Song, der hoffentlich etwas Kontrast zu den schwereren Vibes des Albums bietet.”

Das Album kann ab sofort über die Website der Band vorbestellt werden.

Schillernd, schillernder, Björk

0

Der neue Trailer zum Konzertfilm „Cornucopia” zeigt Björks wilde Welt in Farben und Formen, die mal wieder die Grenzen des Vorstellbaren sprengen. Die Art-Pop-Ikone tourte von 2019 bis 2023 mit ihrer “Cornucopia”-Inszenierung um die Welt und ließ das Ganze bei der Station in Lissabon verfilmen. Das Konzert/Theaterstück ist selbst für Björk-Standards opulent inszeniert. So waren die Venues mit 360-Grad-Sound, immersiven Visuals und 27 Bildschirmen bestückt. Neben einem Chor waren außerdem sieben Flötist:innen zugegen, die sich in extravaganten Bühnenoutfits zu Björk und Arcas Kompositionen vor von der Natur inspirierten, animierten Fantasiegebilden in das überirdische Bild einfügten.

„Ich bin zu Derek [Birkett], meinem Manager, gegangen und habe gesagt: ‘Hör zu, ich werde digitales Theater machen, und es wird die übertriebenste, extravaganteste Sache sein, die ich je machen werde, und ich werde es wahrscheinlich nur einmal machen’“, erklärte Björk in einem Interview mit dem Guardian im Januar. Mit „Cornucopia“ widmete sich Björk ihren zwei jüngsten Alben „Utopia“ und „Fossora“, welche sich mit Trennungen, Verlust und den heilenden Gefühlen danach auseinandersetzen.

Anfang des Jahres gab es bereits einen ersten einstündigen Ausschnitt des Konzertfilms auf Apple TV+ zu sehen. Der Kinofilm wird nun jedoch um 50 Minuten Material ergänzt und ist ab dem 7. Mai für begrenzte Zeit weltweit in den Kinos zu sehen.

Alle Alben von Placebo im Ranking

8

Loud Like Love

VÖ: 2013 | Label: Vertigo
 - Loud Like Love

Ein Album über Brian Molkos Lieblingsthema: die vielen Facetten der Liebe. Von der Eigenliebe und Freundschaft bis zu kriminellen und zerstörerischen Formen. Wirklich neue Erkenntnisse erlangt Brian Molko mit diesen Songs aber nicht. Auch er spürt, dass die Liebe als Sujet für Rocksongs im Prinzip auserzählt ist. Das Problem an “Loud Like Love” (neben dem wohl hässlichsten Album-Cover der Placebo-Diskografie) ist, dass die Band den soliden Lovesong-Ideen von Molko keine zusätzlichen Ebenen geben kann. Nur an wenigen Stellen öffnet sich der Kosmos, zum Beispiel, wenn bei zu Beginn von “Scene Of The Crime” oder im Refrain von “Hold On To Me” Handclaps für Schwung und Leichtigkeit sorgen. Wobei auch “Scene Of The Crime” nach kurzer Zeit im Bombast-Sumpf steckenbleibt. Ambivalent ist auch “Too Many Friends”, ein Song über die Abwesenheit von Liebe im digitalen Zeitalter, über die Einsamkeit am Computer. Ein relevanter Song. Doch kann er mehr lyrischen Tiefgang und etwas weniger offensichtliche Reime gebrauchen.


7

Battle For The Sun

VÖ: 2009 | Label: PIAS / Vagrant
 - Battle For The Sun

Die Schlacht um die Sonne ist für Molko eine Metapher für seine Entscheidung, sich gegen die Dunkelheit und für das Licht zu entscheiden. Nicht, um die Düsternis zu negieren, sondern um sich der Sonne zuzuwenden. Wie das im Placebo-Kontext klingt, zeigt “Ashtray Heart”, ein Song zwischen Indie- und Punkrock, wie gemacht für Festivalwiesen. Der Titel erinnert an den Namen, den sich Molko und Bassist Stefan Olsdal geben, als sie Mitte der Neunziger als Ashtray Heart starten, angelehnt an einen Song von Captain Beefheart. Auch “For What It’s Worth” erinnert mit der schmissigen Strophe schmissig an das Frühwerk. Im Refrain lassen Placebo dann jedoch mit Backgroundstimmen und Bläsern großes Besteck auffahren. Das macht Spaß, verhindert aber nicht den Eindruck, dass Molko beim Ausarbeiten der Melodie ein wenig gedankenfaul war. Zu hören ist auf dem Album erstmals der damals neue Drummer Steve Forrest, der tendenziell ein bisschen mehr wirbelt als der langjährige Schlagzeuger Steve Hewitt. Was dazu führt, dass diese Platte zwar wenig Überraschungen bietet, aber ein wenig unruhig wirkt.


6

Black Market Music

VÖ: 2000 | Label: Virgin
 - Black Market Music

Neun Monate lang arbeiten Placebo an dem vielleicht wichtigsten Album ihrer Karriere. Die Band ist Anfang der Nullerjahre eine große Nummer, die Erwartungen sind hoch. Placebo reagieren darauf mit einer zweigeteilten Taktik. Das Album beginn mit drei grandiosen Songs, die alles zeigen, was diese Band einzigartig macht. “Taste In Men” nimmt den Industrial-Electro-Stil des Hits “Pure Morning” auf, “Days Before You Came” hätte ein Song vom Debütalbum sein können, “Special K” spielt in der Strophe mit zuckersüßem Pop, um zunächst trotzig zu stampfen und in einem der besten Refrains der Placebo-Diskografie aufzugehen. Nach diesen drei sicheren Nummern entschließen sich Placebo für einige Spielerein wie den Auftritt des Rappers Justin Warfield bei “Spite & Malice”. “Passive Aggressive” erhält viel Zeit für den Aufbau des ganzen Dramas, die Sentimentalität von “Blue American” kratzt an der Grenze zum Kitsch. Beim Wiederhören merkt man, dass diese Stücke nicht übel sind, man aber schnell den Bezug zu ihnen verliert. Bis das gloriose “Slave To The Wage” alle Aufmerksamkeit auf sich zieht – nicht nur, aber auch wegen eines Samples aus dem Pavement-Song “Texas Never Whispers”.


5

Never Let Me Go

VÖ: 2022 | Label: Elevator Lady / Rise
 - Never Let Me Go

Fast neun Jahre Pause, die beiden Alben davor vergleichsweise mittelmäßig, dazu nach dem Ausstieg von Steve Forrest nun eine Band ohne Drummer: Man stellt sich 2022 die bange Frage, was Placebo noch zu bieten haben. Na, so einiges! “Forever Chemicals” ist ein bitterer Abgesang auf das, was die Menschen täglich auf diesem Planeten anrichten. Die Kernzeile: Wer Freunde wie dich hat, braucht keine Feinde. Brian Molko singt tiefer, die Stimme hat viel Volumen, was dem Song viel Kraft gibt. Mit “Beautiful James” bietet das Album die beste Placebo-Single seit den Auskopplungen von “Meds”. “Hugz” ist ein betörendes Lärmgewitter mit kreischenden und dröhnenden Gitarren. Mit “Happy Birthday In The Sky” kommt das Album kurz zur Ruhe, bevor die Band das Stück nach knapp drei Minuten zur Hymne macht. Ein ungewöhnlicher Triumpf ist “Sad White Reggae”, Molkos selbstironischer Kommentar auf seinen misslungenen Versuch, einen Song im Stil von The Police zu schreiben. Was ihm aber gelingt: Ein Stück mit starken 80s-Pop-Referenzen. Molko ist großer Fan von Nik Kershaw, weshalb das Stück für ihn eine Herzensangelegenheit ist.


4

Sleeping With Ghosts

VÖ: 2003 | Label: Astralwerks / EMD
 - Sleeping With Ghosts

Dass das vierte Album mit dem Instrumental “Bulletproof Cupid” beginnt, das auch von Motorpsycho stammen könnte (wobei diese es wohl länger als 2:20 Minuten gespielt hätten), ist ein Zeichen: Brian Molko will, dass Placebo für mehr stehen als für seine Stimme. Erfüllt wird dieser Wunsch nicht, dafür singt auf dem folgenden Stück “English Summer Rain” zu prägnant, ein faszinierendes Lied mit Anleihen an deutsche Electro- und Krautrock-Pioniere wie Kraftwerk, Can und Neu!. Kaum schwächer: “This Picture”, mit einem Sprechgesang-Intro und der Geschichte über ein „ashtray girl“, die ihren Partner als emotionalen Aschenbecher missbraucht. Das Album bietet ein paar solcher Geschichten, der Titel bezieht sich auf die Geister alter Beziehungen, die auch dann nicht verschwinden, wenn man sie beendet. Wobei Molko diesen Umstand im Titelstück positiv bewertet: Seelenpartner bleiben Seelenpartner, was immer auch passiert. Ob mit positivem oder negativem Dreh: Auf keiner Placebo-Platte passen Text und Musik so gut zusammen. Das gilt auch für den großen Hit des Albums: “The Bitter End” sind drei perfekte Minuten zwischen Pop und Alternative Rock.


3

Meds

VÖ: 2006 | Label: Virgin
 - Meds

Als Placebo für dieses Projekt ins Studio gehen, haben sie das Ziel, ein elektronisches Album aufzunehmen. Doch der französische Produzent Dimitri Tikovoï hat andere Pläne. Als Bewunderer der Band hat er bereits Remixe angefertigt. Nun wünscht er sich, dass Placebo zurück zu ihren Wurzeln gehen. Der Sound von “Meds” zeigt: Tikovoï setzt sich durch. Die Band findet Gefallen an der Einfachheit, zumal diese sehr gut zu den Themen der Songs passt. Molko singt über Süchte und Abhängigkeiten, über den Kontrollverlust und die Probleme, die sich daraus ergeben. Der Song “Infra-Red” steht am deutlichsten für diesen Ansatz: „Someone call the ambulance/ There’s gonna be an accident.“ Ebenfalls das Titelstück, bei dem Alison Mosshart von den Kills einen wunderbaren Auftritt hat, wenn sie Molko die Frage zuraunt: „Baby, did you forget to take your meds?“ Und es gibt noch einen zweiten Gaststar: Bei “Broken Promise” singt Michael Stipe von R.E.M. mit. Das Stück beginnt mit einem Piano und dessen Stimme. Dass es dennoch wie Placebo klingt, zeigt, wie hoch der Wiedererkennungswert von Molkos Songwriting ist. Ebenfalls grandios ist der abschließende “Song To Say Goodbye” über eine zerstörte Liebe im Junkie-Umfeld: „Your needle and your damage gone.“


2

Placebo

VÖ: 1996 | Label: Virgin
 - Placebo

Ein solches Album kann nur ein Debüt sein. Eine junge Band hat etwas zu sagen, nichts zu verlieren, spielt mit großer Dringlichkeit. Als Drummer ist noch Robert Schultzberg dabei, dessen Spiel an Indie-Rock-Bands wie Dinosaur Jr. oder Sonic Youth erinnert. Von letzterer Band ist auch Molko großer Fan, was man dem Erkennungsriff von “Bruise Pristine” sowie dem ersten Stück des Albums anhört: “Come Home” ist die Debüt-Single, die Placebo einen Deal mit dem großen Indie-Label Hut Records einbringt, eine der Plattenfirmen, die Mitte der Neunzigerjahre selbst eigenwillige Gitarrenbands in die Charts bringt. Dass ihnen das mit Placebo gelingen wird, steht außer Frage. Dazu sind die Songs viel zu gut. “Teenage Angst” – eine Art Gegenstück zu Sonic Youths “Teenage Riot” – thematisiert die Panik der Adoleszenz. “Nancy Boy”, 1996 ein Hit in der Britpop-Bewegung, ist ein ätzender Kommentar auf sexuelle Hypes. “36 Degrees” handelt von Haut und Körper, menschlicher Wärme und Kaltblütigkeit. Bei allem eingängigen Furor gibt die Ballade “Lady Of The Flower” einen Hinweis auf die vielen weiteren Dimensionen, die diese Band im Laufe der Jahre noch entdecken wird.


1

Without You I'm Nothing

VÖ: 1998 | Label: Virgin
 - Without You I'm Nothing

Das beste Album von Placebo ist auch eine der wichtigsten Alternative Rock-Platten aller Zeiten. Es beginnt mit einem ersten Stück, das eigentlich gar nicht für “Without You I’m Nothing” vorgesehen ist. Die Platte ist schon im Kasten, die Band nimmt potenzielle B-Seiten auf, da kristallisiert sich “Pure Morning” als der perfekte Startpunkt für das zweite Album der Band heraus. Auf dem Album geht es um allerhand desaströse Beziehungen, gekennzeichnet von toxischen Verhaltensweisen, Substanzmissbrauch oder Egoismen. “Pure Morning” erzählt die Geschichte nach einer langen Nacht – und dem Gefühl, in den frühen Morgenstunden einem Menschen im Arm zu haben, der so etwas wie Heimat ist. Seliger wird das Album danach nicht mehr. Das zeigt schon das zweite Stück “Brick Shithouse” über Menschen mit viel Muskeln und wenig Hirn. Placebo spielen das Stück rasant, als wollten sie klarstellen, dass diese zweite Platte nicht unter dem Diktat der Kommerzialität entstanden ist. Ist sie auch nicht. Und trotzdem reiht sie Hit an Hit. Neben “Pure Morning” koppelt die Band auch “You Don’t Care About Us”, “Every You Every Me” sowie das Titelstück als Singles aus. Jedes dieser Stücke dominiert auf Jahre die Indiediscos. Die Singles allein hätten das Album groß gemacht, aber atemberaubend gut ist die Platte bis in die Tiefe hinein. Bei “Allergic (To Thoughs Of Mother Earth)” verarbeitet Molko seine Kindheit in einer religiösen Familie. Seine These: Wer so sehr auf den Himmel zuarbeitet, dem geht das Wohlergehen der Erde am Arsch vorbei. Wie visionär der Gedanke von damals ist, zeigt aktuell der Einfluss der Evangelikalen auf die US-Gesellschaft. Die Platte schließt mit dem vielleicht schönsten Lied der Placebo-Diskografie: “Burger Queen” ist das zarte Porträt einer tragischen Figur. Die Geschichte eines Menschen vom Rande der Gesellschaft: schwul, in der Provinz in Luxemburg zu Hause, heroinabhängig. Molko verbringt als Kind einige unglückliche Jahre im Herzogtum: Die besten Lieder erzählen Storys über das, was nicht ist – aber sein könnte.


Albenlisten
Listen to your heart

Inhalt

  1. Von Flop bis Top – Alle Alben der Donots im Ranking
  2. Von Flop bis Top – Alle Alben von The Smiths im Ranking
  3. Von Flop bis Top – Alle Alben von Soundgarden im Ranking
  4. Von Flop bis Top – Alle Alben von Jack White im Ranking
  5. Von Flop bis Top – Alle Alben von Joy Division und New Order im Ranking
  6. Von Flop bis Top – Alle Alben von Placebo im Ranking
  7. Die 30 wichtigsten Konzeptalben – Die Schönheit des Konzepts
  8. Von Flop bis Top – Alle Alben von Tocotronic im Ranking
  9. Metalcore: die Album-Highlights – Der harte Kern
  10. Die 50 Alben des Jahres 2024 – Harte Musik für harte Zeiten
  11. Von Flop bis Top – Alle Alben von Linkin Park im Ranking
  12. Die besten Soloalben: 2012-2024 – Für sich (auf)genommen
  13. Die besten Soloalben 1994-2011 – Einzig und allein
  14. Von Flop bis Top – Alle Alben von Primal Scream im Ranking
  15. Von Flop bis Top – Alle Alben von The Cure im Ranking
  16. Von Flop bis Top – Alle Alben von Blur im Ranking
  17. Die 50 wichtigsten Noiserock-Platten – Mutwillig am Hit vorbei
  18. Von Flop bis Top – Alle Alben von Oasis im Ranking
  19. Von Flop bis Top – Alle Alben von Nick Cave & The Bad Seeds im Ranking
  20. Von Flop bis Top – Alle Alben von Weezer im Ranking
  21. Die 50 wichtigsten Soundtracks – Bilder hören
  22. Zwölf umweltbewusste Alben – Sendungsbewusstsein
  23. Von Flop bis Top – Alle Alben der Beatsteaks im Ranking
  24. Von Flop bis Top – Alle Alben von Frank Turner im Ranking
  25. Von Flop bis Top – Alle Alben der Foo Fighters im Ranking
  26. Global Beat - Die wichtigsten Platten – Der Beat geht weiter
  27. Jahresrückblick 2023: Die 50 Alben des Jahres – Es müsste immer Musik da sein
  28. 1993 in 50 Platten – Re(ar)viewmirror
  29. Die 25 besten Heartland-Rock-Platten – Bewusstsein schaffen
  30. Shoegaze: Die 40 besten Platten – Dream On
  31. Tribute-Alben: 25 Meilensteine – Wem Ehre gebührt
  32. Supergroups: Die 50 besten Alben – Alles super
  33. Supergroups: Superduos – Ein Fall für zwei
  34. Die 33 wichtigsten Koop-Alben – Kommt zusammen
  35. Sludge Metal: Die besten Platten – Schlammschlacht
  36. Die 2010er: Die Plattenliste – Die 100 besten Alben der 2010er
  37. Okkult-Rock - Die Plattenliste – Diabolus in Musica
  38. Proto-Punk: Die wichtigsten Platten – Paten des Punk
  39. Jahresrückblick 2022: Die 50 Alben des Jahres – Kommentare zur Zeit
  40. Britpop - Die Plattenliste – Cool Britannia
  41. Post-Punk: Die besten Alben der ersten Welle – Pinke Flagge, schwarzes Gewand
  42. Post-Punk: Die besten Alben des Revivals – Widerhall in der Fabrikhalle
  43. Von Grunge bis Drum'n'Bass – Die 100 wichtigsten Platten der 90er

Damon Albarn deutet neues Album an

0

Damon Albarn setzte sich kürzlich mit dem französischen Magazin Les Inrockuptibles zusammen, um über seine kommende Elektro-Oper “The Magic Flute II, La Malédiction”, angelehnt an Goethes “Der Zauberflöte zweyter Theil“, zu sprechen. Dabei verriet der Blur-Frontmann und Gorillaz-Mastermind, dass er neben der Oper auch mit einem neuen Album seiner virtuellen Band plane, was er gerade offenbar finalisiere.

Gorillaz-Mitbegründer und Comickünstler Jamie Hewlett kommentierte ebenfalls einen Instagram-Post, der Albarns Aussage zu bestätigen scheint: „Ja, das neue Album kommt dieses Jahr heraus.” In einem Interview mit dem französischen Podcast “Nova” will Albarn außerdem verraten haben, dass die Platte bereits in sechs Wochen fertig sein soll. Seit 2023 arbeitet Albarn bereits mutmaßlich an der Platte.

Während einige Fans offenbar noch skeptisch sind, da Albarns angebliche Zeitrahmen in der Vergangenheit unzuverlässig waren, steht zumindest fest, dass Albarn wieder deutlich mehr Zeit für seine Gorillaz haben dürfte. Mit “Ihr werdet uns wahrscheinlich nie wieder sehen!”, fand er bei einem Blur-Auftritt vergangenes Jahr recht finale Worte für das demotivierte Coachella-Publikum.

Aber auch schon vorher stand fest, dass Blur wieder auf unbestimmte Zeit pausieren wollen, denn laut Albarn wäre es “Zeit, dieses Projekt zu beenden”. Auch wenn Blur-Schlagzeuger Dave Rowntree zuletzt auf eine mögliche Zukunft der Britpop-Ikonen hindeutete, scheint Albarn sich aktuell wieder eigenen Projekten zu widmen. In letzter Zeit sind Gorillaz auf Social Media dazu wieder deutlich aktiver, zudem steht das 20-jährige Jubiläum des Meisterweks “Demon Days” (2005) ins Haus.

Das noch aktuelle Album ist “Cracker Island” von 2023. In Deutschland spielten sie zuletzt 2022.

Punk trifft Brotschneidemaschine

0

Zwei Jahre sind vergangen, seit Pogendroblem ihr bislang letztes Album “Alles was ich noch hab sind meine Kompetenzen” veröffentlichten. Jetzt erscheint ihre neue Single “Chillig Chillig” über Kidnap Music, mit einem Feature von Luise Funface von The Toten Crackhuren im Kofferraum.

“Chillig? Chillig.”

Kürzlich mit dem “Holger Czukay-Zukunftspreis” 2024 ausgezeichnet, “erfüllen Pogendroblem erfolgreich den ungeschriebenen Punk-Generationenvertrag und feiern mit ‘Chillig Chillig’ die Freundinnenschaft”, so die Pressemitteilung über die neue Single der Bergisch-Gladbacher:innen. Musikalisch reichen sich Punk, Brotschneidemaschine im FX-Loop und Krautrock-Elemente die Hand. Ob die neue Single Teil eines neuen Albums sein wird, ist bislang nicht bekannt.

Deluxe-Album angekündigt

0

“Up From The Bottom” setzt da an, wo Linkin Park mit “From Zero” aufgehört hatten: Mit klarem Alternative Rock und dem obligatorischen Rap-Part von Frontmann Mike Shinoda reiht sich der Song nahtlos in die Diskografie der Band ein. Mit der neuen Single kündigt die Band die Deluxe-Edition ihres aktuellen Albums an. Die “From Zero” (Deluxe Edition) erscheint am 16. Mai und kann bereits vorbestellt werden. Neben den regulären Albumtracks und “Up From The Bottom” enthält das Album noch die beiden bislang unveröffentlichten Songs “Unshatter” und “Let You Fade”, sowie fünf Live-Versionen, die allerdings der physischen Version des Albums vorbehalten sind.

Über die Deluxe-Edition sagt Shinoda: “Wir sind unglaublich dankbar für die Resonanz auf ‘From Zero’. Dieses neue Kapitel, unsere fortwährende Reise und die Verbindung zu unseren Fans hat alles übertroffen, was wir uns erhoffen konnten. Danke, dass ihr dabei seid.”

Die neuen Songs erscheinen wenige Wochen bevor Linkin Park ihre Tour durch Europa starten. Auch einige Shows in Deutschland sind geplant, die Termine allerdings bereits ausverkauft. Im Vorprogramm werden Linkin Park von Architects und JPEGMafia unterstützt. Auch einige Festivalauftritte sind bestätigt, unter anderem beim Nova Rock in Österreich und beim Rock for People in Tschechien.

Anfang September hatten Linkin Park ihr Comeback angekündigt und Emily Armstrong und Colin Brittain als neue Bandmitglieder vorgestellt. Armstrong tritt an die Stelle des 2017 verstorbenen Chester Bennington. In unserer großen Linkin Park History könnt ihr den bisherigen Karriereweg der Rockband noch einmal nachverfolgen. (V+)

Live: Linkin Park

16.06. Hannover – Heinz-von-Heiden-Arena
18.06. Berlin – Olympiastadion
20.06. Bern – Bernexpo
26.06. Arnheim – Gelredome
01.07. Düsseldorf – Merkur Spiel Arena
08.07. Frankfurt – Deutsche Bank Park

Der Horror der Trauer

Die Parallelen zu Jennifer Kents Horror-Hit “The Babadook” von 2014 sind beim zweiten Film von Benjamin Barfoot (“Double Date”) nicht von der Hand zu weisen: Nach dem überraschenden Tod seines Vaters müssen der kleine Isaac und seine junge Stiefmutter Laura durch den Scherbenhaufen ihres Lebens navigieren. Beide sind einsam und isoliert in ihrer Trauer und zerfallen langsam nebeneinander. Das angespannte Verhältnis der Trauernden wird immer distanzierter, als Isaac beginnt, ein Monster mit dem Gesicht seines Vaters zu sehen, das ihn glauben lässt, dieser sei noch am Leben und damit Misstrauen und Angst sät.

Es gibt hier keine Lore, keinen bedeutungsschwangeren Mythos um ein vorzeitliches Wesen, keine Volksweisen: Das alienartige Monster (visuell verortet irgendwo zwischen “Possum” und “Slenderman”) existiert einfach, überfällt die Familie aus dem Nichts, reißt ihnen den Boden unter den Füßen weg, verfolgt sie mit seiner drückenden Präsenz in jeder Sekunde – wie das eben so ist mit der Trauer. Situiert in einer sterilen Villa mit angrenzendem Gruselwald inszeniert der Slowburn-Horror von “Daddy’s Head” gekonnt emotionale Abgeschiedenheit und die Schrecken, die in den Schatten unseres Lebens lauern. Das ist stellenweise echt creepy und spannungsgeladen, am Ende aber nicht originell genug, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

7 / 12

VISIONS ON INSTAGRAM

ABONNIERE UNSEREN NEWSLETTER

[newsletter2go form_type=subscribe]