0 Autor: Martin Iordanidis

Life Of Agony - A Place Where There's No More Pain

A Place Where There's No More Pain

Im Line-up von "River Runs Red" bringen Life Of Agony das Beste zum Ausdruck, was die Auseinandersetzung mit Identitäten zu bieten hat: Ehrlichkeit, Akzeptanz, Liebe, gegossen in selbstbewusste Songs.

Es gab sicher schon simplere Albumtitel aus dem New-York-Hardcore-Umfeld, aber etwas kompliziert waren Life Of Agony schon immer. Auf dem metallischen Alternative Rock der 90er erzählte Keith Caputo damals Geschichten übers Sterben, während Mina Caputo heute mehr über das Überleben zu sagen hat. Ihre Band, inklusive Sal Abruscato von A Pale Horse Named Death am Schlagzeug, macht Caputo dafür hörbar mehr Platz als auf "Broken Valley", dem letzten echten Studioalbum. Während das im betrunkenen Punk-Spirit noch um allerlei Bandbrei herumredete, ist Caputo zwölf Jahre und ein Coming-Out später mit deutlich mehr Tiefgang unterwegs. In "Meet My Maker" und "Right This Wrong" ölt sie zunächst die alte Groovemaschine der Band, die immer noch von Joey Zs tiefer gelegten Riffs und dichtem Schlagzeugspiel lebt. Das Mastering von Ted Jensen rückt dieses Wiederhören in eine Härtezone zwischen Alice in Chains und den späten Machine Head. Dennoch dominieren Caputos Hooklines jeden der zehn Songs, allen voran einen stromlinienförmigen Titelsong. Wer während der Bandpause vor allem von Caputos leisetretenden Soloalben gelebt hat, findet Spuren davon im todtraurigen "Little Spots Of You". Schwarze Hymnen wie Dead Speak Kindly lassen aber auch die Handschrift von Sal Abruscato erkennen, der längst selbst zum Songwriter geworden ist. All das lässt Life Of Agony nach langer Zeit wieder nach einer Einheit klingen, die etwas zu sagen hat. Dinge wie: Wenn wir auf die Bühne gehen, dann ist der Körper nicht mehr so wichtig.

Leserbewertung: 10.5/12

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