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0 Autor: Flo Hayler

Bush - The Sea Of Memories

The Sea Of Memories

Gavin Rossdale hat das gleiche Problem wie seine Frau oder, sagen wir, Boris Becker: Man kennt ihn nur noch aus der Gala.

Im Gegensatz zur Samenschleuder aus Leimen sattelt der gebürtige Engländer aber noch mal das einstige Arbeitsinstrument und schüttelt 17 Jahre nach dem Bush-Debüt Sixteen Stone ein paar neue Akkorde vom Baum, die in seinem Sea Of Memories so hilflos absaufen wie die Einschaltquoten des Traumschiffs. Offensichtlich hat der Ehemann von Gwen Stefani die letzten acht bandlosen Jahre im musikalischen Vakuum verbracht, anders lässt sich der breit produzierte und aus den Nummern null, acht und 15 am Reißbrett zusammenaddierte Spät-90er-Pathos-Rock auf The Sea Of Memories nicht erklären. Obwohl – Bush waren schon zu ihren Hochzeiten und mit dem Album Razorblade Suitcase näher an Nickelback und Creed als an Nirvana, da kann Rossdale noch so oft im Publikum baden gehen. Im amerikanischen Mainstream-Radio und in der Bose-Anlage der Lesekreis-Abonnenten sind neue Stücke wie Baby Come Home oder The Sound Of Winter dementsprechend sehr gut aufgehoben, ob sich die promihörige Nobel-Mischpoke aber neben das noch immer den 94er Überhit "Glycerine" abfeiernde Fußvolk traut, erfahren wir im erst November. Dann wagt sich Rossdale mitsamt seinem passend zum Herbst goldgelb welkenden Bush noch mal auf hiesige Bühnen und gibt den Rockstar aus der Vergangenheit – mit aufeinandergebissenen Zähnen und diesem sehnsuchtsvollen, von Cobain geklauten Blick ins Leere. Letzteres sollte man aber nicht als Prophezeiung verstehen. Wenn die Gala noch ein paar Konzerttickets an ihre Leser raus haut, schaut sogar jemand zurück.

Bewertung: 5/12
Leserbewertung: 6.3/12

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