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Oceansize - Effloresce

Effloresce

Hier ist sie, die Band, die Fans von Cave In, Isis, Tool, The Cooper Temple Clause oder Mogwai vereinen könnte.

Zugegeben, die genannten Bands verbindet ohnehin die ein oder andere Parallele, aber Oceansize verbinden all diese Parallelen zu einem Mammut-Debütalbum mit der epischen Länge von knapp 76 Minuten. Auffällig ist also zunächst, dass sich die zwölf Stücke in ihren Ausmaßen nicht gerade zurücknehmen, Acht- bis Neunminüter sind hier nämlich keine Ausnahme, sondern besonders zum Ende von "Effloresce" hin die Regel. Schön ist, dass sich die einzelnen Teile dieses Opus' nicht ständig in Zeitlupentempo aufbauen, wie es bei Isis des Öfteren der Fall ist. Meistens sind die Songs von der ersten Sekunde an präsent, nehmen einen mit auf eine Reise aus brutalen Ausbrüchen und harmonischen Streicheleinheiten, hin und hergerissen zwischen Gitarrenwänden und filigranen Melodien. Cave In zu "Jupiter"-Zeiten treffen hier auf mogwaische Herrlichkeit. Immer wieder werden kleine Elektroschnipsel eingebaut wie am Ende der instrumentalen Eröffnung "I Am The Morning", um die elektrische Gegenwart einzubeziehen und ihr mit analogen Klangfarben Wärme zu verleihen. Der Gesang ist nicht nur schmückendes Beiwerk –von Geschrei bis Gesäusel erinnert dieser zuweilen gar an den großen Mike Patton Ende der 80er. Post-Prog-Rock muss sich dies wohl schimpfen. Mit allen Mitteln schöpfen Oceansize das Spektrum des Rocksongs aus, spielen mit Gegensätzen, lassen Härte und Herrlichkeit kollidieren, um Zeitloses zu erschaffen. Rock als Fels in der Brandung, umspült von Innovation und Rückblick, dem Wissen und der Weisheit ausgesetzt, dass die besten Alben von Faith No More, Tool, Black Sabbath, Pink Floyd, Can und Jane's Addiction bereits aufgenommen wurden. Dieses britische Sextett mit seinen drei Gitarristen sollte man entdecken und tunlichst in sein Herz schließen.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 10.4/12

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Kommentare (1)

Avatar von Leveler Leveler 01.08.2013 | 01:24

Eine der wohl besten Platten, die jemals aufgenommen wurden.

In einer Liga mit Between The Buried And Me's "Colors" und Pink Floyd's "The Dark Side Of The Moon"

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