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Mogwai - Come On Die Young

Come On Die Young
  • VÖ: 29.03.1999
  • Label: Chemikal Underground/Zomba
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 75 - Schönheit der Ausgabe

Mogwai, die Glasgower Überflieger des letzten Jahres, von vielen zur Indie-Hoffnung schlechthin stilisiert, warten mit einem neuen Album auf.

"Come On Die Young": Werden hier die Klischees des tragischen Rockhelden aufgetragen? Lauert schon der Ausverkauf? Mitnichten. An diesem Album wirkt nichts aufgesetzt oder oberflächlich - vielmehr dringen Mogwai in neue, ungeahnte Tiefen vor. Seit neuestem durch den Multiinstrumentalisten Barry Burns ergänzt, der den Sound mit Flöten, Keyboards und einer dritten Gitarre bereichert, schufen die fanatischen Youngster ein Werk mit zwölf Songs, die allen Schmerz dieser Welt mühelos schultern können. Ihr großartig tristes Sound-Universum wird noch kompakter, die aggressiven, rauh rockenden Kontrapunkte und die hoffnungsvollen Melodien, die Songs wie "Helicon 2" oder "Mogwai Fear Satan" von der Ten-Inch-Compilation "Ten Rapid" und dem letztjährigen Debüt "Young Team" noch zumindest den Anstrich positiven Denkens gaben, sind größtenteils verschwunden. Mogwai gehen an die Grenzen des Dunklen und Depressiven. Dort, wo sie sich befinden, trifft man höchstens noch Bands wie Low oder Godspeed You! Black Emperor. Die erste richtige Überraschung bietet das zweite Stück "Cody" - Mogwai können singen! "Sad songs remind me of friends" singt da ein bis dato Unbekannter - das Bandinfo schweigt sich über diesen einzigen Vokaleinsatz des Albums aus. Ansonsten verlassen sich die Glasgower auf ihre große Sammlung an Sprachsamples - und ihren Hang zur (Selbst-)Ironie. "Come On Die Young" wirkt zunächst getragen, pathetisch, lahm, aber auch sehr verstörend und beunruhigend. Man muss es schon oft hören, um so etwas wie einen roten Faden zu erkennen. Vielleicht ist es das dunkle Pathos, vielleicht die epische Tiefe einiger Songs, vielleicht der Fanatismus, mit dem an einigen Stellen Lärm zelebriert wird. Für eine so junge Band ein unglaublich gutes Album - ein Brocken, der erst mal verdaut werden will.

Leserbewertung: 8.9/12

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