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0 Autor: Jonas Grabosch

Placebo - Never Let Me Go

Never Let Me Go

Fast zehn Jahre nach "Loud Like Love" haben sich Placebo kein bisschen verändert, schreiben aber wieder durchweg gute Songs.

Man hat es nicht leicht als Fan dieser Band. Abseits der tollen Singles, so der Tenor, verlieren sich die LPs von Brian Molko und Stefan Olsdal in gesichtslosen Rockern und Balladen. Dabei sind die Anlagen zur Größe doch vorhanden, man denke nur an "Black Market Music", ihren persönlichen Songwriting-Olymp. "Loud Like Love" von 2013 war so ein Album, das partout nicht wachsen wollte, latent überzuckert außerdem. Danach verloren Placebo abermals einen Drummer, diesmal permanent, und verwalteten ihr Erbe mit einem Unplugged-Auftritt, Compilations und mittelprächtigen Vinyl-Reissues ihres Backkatalogs. Als erstes offizielles Album in Duobesetzung bleibt "Never Let Me Go" nun in seiner melancholischen Modern-Rock-Ästhetik mit Electro-Pinselstrichen in der Tradition von "Sleeping With Ghosts" und "Meds". Den Opener "Forever Chemicals" und die Single "Surrounded By Spies" durchwehen Echos von "English Summer Rain" und "Infra-Red", der Refrain von "Went Missing" kann "Special Needs" fast das Wasser reichen, die Hook von "Beautiful James" bleibt tagelang im Gedächtnis – Molko und Olsdal geben sich keine Blöße. Hintenraus hätte "Never Let Me Go" noch ein Wachmacher wie "Twin Demons" gutgetan, in seiner Gesamtheit allerdings gibt das achte Placebo-Album ein überzeugenderes Comeback ab, als man erwartet hätte. Und die erfreulichste Nachricht zum Schluss: Es wird wachsen.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

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