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0 Autor: Vivien Stellmach

Green Day - Revolution Radio

Revolution Radio

Vier Jahre nach ihrer enttäuschenden Album-Trilogie nehmen Green Day eine wichtige Kurskorrektur vor: "Revolution Radio" orientiert sich an den stärksten Platten ihrer Karriere.

Punk sei Dank. Schließlich sah es 2012 ganz so aus, als hätten "¡Uno!", "¡Dos!" und "¡Tré!" den kalifornischen Pop-Punk-Veteranen das Genick gebrochen. Für ihr zwölftes Album hat die Band ihren musikalischen Kompass wieder neu ausgerichtet: Melodische Gitarren begleiten Billie Joe Armstrong im Opener "Somewhere Now", bevor die Band erstmals ausbricht: „How did a life on the wild side ever get so dull?“. "Revolution Radio" ist laut des Sängers von Terroranschlägen und den Rassenunruhen in den USA inspiriert. Die schnelle und aggressive Single "Bang Bang" etwa setzt sich kritisch mit den häufigen Massenschießereien in dem Land auseinander. Musikalisch präsentieren sich Green Day spätestens im folgenden Titeltrack so angriffslustig und bissig, wie sie zuletzt auf "American Idiot" (2004) geklungen haben, während frische und mitreißende Songs wie "Say Goodbye" und "Too Dumb To Die" den Geist ihres Megasellers "Dookie" (1994) beschwören. Die Durchhaltehymne "Still Breathing" erinnert dann zwar an den überproduzierten, emotionalen Pop-Punk von Simple Plan, die rohen Gitarren lassen den Song aber viel weniger aufgesetzt und dadurch glaubwürdiger klingen. Nur im akustischen Rausschmeißer "Ordinary World" tauschen Green Day ihre wiedergewonnene unbändige Energie gegen melancholisches Hawaii-Feeling. Das hätte sich die Band sparen können. Den ruhigen Ausrutscher verzeiht man ihnen aber schnell. Schließlich hat das Trio seit mehr als zehn Jahren nicht mehr so umwerfend und authentisch geklungen.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 7.6/12

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