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0 Autor: Dennis Plauk

Green Day - ¡Uno!

¡Uno!

Vom Musical zum Minimalismus, vom Pomp zurück zum Punk: Green Day eröffnen ihre Albumtrilogie mit einer Oldschool-Platte. Keine Schnörkel, kein Geschwafel – aber leider auch keine guten Ideen.

Natürlich konnte der Schub von "American Idiot" nicht ewig halten, und natürlich musste etwas passieren, nachdem die Dinge mit "21st Century Breakdown" aus dem Ruder gelaufen waren. Green Day, so schien es, hatten das Format Punkrock-Operette langfristig abonniert, darunter machten sie es immer seltener, und nur ihre über ein Vierteljahrhundert kultivierte Bodenständigkeit rettete sie davor, als elitäre Rockzerdenker dazustehen. Es war also weniger für ihr Image als für ihre Musik ein smarter Entschluss, den Aufriss ihrer letzten Alben einzureißen und ihren Fans eine Rückkehr zum Sound der Vorstadtgarage, circa 1992, in Aussicht zu stellen. Es mussten dann trotzdem gleich drei Alben in kurzer Abfolge werden, aber geschenkt: Die Geste stimmt. Es spricht viele Mut aus Green Days Plan, sich so nackt wie möglich zu präsentieren, in simplen Drei-Minuten-Nummern aus Bass, Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Denn zwangsläufig rücken so der Song und seine Qualität in den Fokus – es ist ja nichts mehr da, was davon ablenkt. Und genau das ist das Problem an diesem Album: Es legt Schwachstellen im Songwriting frei, wie man sie von Green Day seit den Dürrejahren nach Dookie nicht gehört hat. Das Spektrum reicht von "Sweet 16" bis "Kill The DJ", von bisslos bis banal, und verströmt dabei den Charme einer B-Seiten-Sammlung. Hoffentlich reißen es die zwei kommenden Platten noch raus. Wenn das hier eine künstlerische Krise ist, hätten sich Green Day sonst einen großen Gefallen damit getan, sie nicht auf drei Alben zur Schau zu stellen.

Bewertung: 5/12
Leserbewertung: 7.7/12

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