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1 Autor: Flo Hayler

Green Day - ¡Tré!

¡Tré!

Die zu befürchtende Demontage in drei Akten bleibt aus. Statt vollends ihr Gesicht zu verlieren, kommen Green Day dank "¡Tré!" mit zwei blauen Augen von ihrer eigenen Party davon

Was ist los mit dieser Band? Seit Wochen kein Lebenszeichen. Kein Statement zum Zustand des Sängers. Kein Wort an die Fans. Stattdessen beenden Green Day ihre Trilogie mit der vorgezogenen Veröffentlichung von "¡Tré!", dem vorab als „after hour“ bezeichneten Teil ihrer auf "¡Uno!" vorbereiteten und auf "¡Dos!" mehr angetäuschten als vollzogenen Exzesshölle. Nun, da war wohl eher der Wunsch Vater des Gedanken. Mit an Banalität und Belanglosigkeit kaum zu überbietenden Inhalten, peinlichem Pathos ("Oh Love") oder vermeintlichen progressiven Klangexperimenten wie "Kill The DJ" mutierte schon "¡Uno!" zum missglückten Auftakt einer Party, die das Punktrio vor 20 Jahren aus Mitleid und Fremdscham noch gnadenlos gesprengt hätte. Ohne die dringend nötige Intervention von außen wurde "¡Dos!" aber zum peinlich-ungelenken Sit-in bei Discoschorle und Flaschendrehen, nur zu ertragen dank umgehender Druckbetankung und der Hoffnung, seine Hand später noch in irgendeiner Bluse versenken zu dürfen. Klar, dass an solchen Abenden nicht nur ein paar Teller, sondern auch Freundschaften zu Bruch gehen können. Mit "¡Tré!" bemühen sich Green Day um Schadensbegrenzung. Natürlich geht es statt um Politik und Protest auch auf diesem Album vornehmlich um die Liebe, allerdings weniger aus Schwanzperspektive, sondern aus der reflektierten und persönlich-gefärbten Position dreier naseweiser Altpunks, die trotz ihrer Mitgliedskarte im 1%-Club noch immer an "99 Revolutions" glauben. Dabei würde eine doch schon reichen.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 7.3/12

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Kommentare (1)

Avatar von JanaGD21 JanaGD21 04.01.2013 | 16:11

der Hangover nach der Party *-*

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