Zur mobilen Seite wechseln

Slayer - Repentless

Repentless

Das Alter, ein Streit, ein Todesfall - nichts davon hört man Slayers elften Album an. Die Thrash-Ikonen kennen auch mehr als 30 Jahre nach ihrer Gründung nur eine Haltung: immer weiter.

Jede andere Band hätte nach dem Rauswurf von Schlagzeug-Gott Dave Lombardo und dem Tod von Hit-Songschreiber Jeff Hannemann im Jahr 2013 ein suchendes Album gemacht. Die Genre-Könige Slayer schleudern einem ihre stoische Vorwärts-Mentalität zwischen Arbeitstier und hartem Kerl gleich zu Beginn entgegen. "No looking back/ No regrets/ No apologies" keift Tom Araya im Titeltrack, dazu rast der Song in einem atemberaubenden Thrash-Gitarren-Inferno nach vorn, wie es selbst Slayer seit Jahren nicht gelungen ist. Danach schaltet das Album einen Gang zurück, Songs wie "Take Control" oder "Vices" leben weniger vom hyperventilierenden Zorn der "Reign In Blood"-Ära als von einem kaltblütig marschierenden Thrash-Groove mit dämonischen Gitarrenriffs. Das funktioniert vor allem deshalb sehr gut, weil der neue, alte Schlagzeuger Paul Bostaph einerseits sein typisches, trocken-präzises Gehämmere beisteuert, andererseits aber etwa im Intro zu "Cast The First Stone" überraschend atmosphärisch spielt. Insbesondere "Implode" walzt nach seinem Re-Intro mit einem dichten Netz aus angenehm monotonen Gitarren und tightem Drumming alles nieder. Die wenigen Ausreißer wie das cleane Gitarrenintro und der langsame Aufbau von "When The Stillness Comes" gelingen, Araya singt im übrig gebliebenen Jeff-Hannemann-Song "Piano Wire" wie ein 30-Jähriger, "Repentless" klingt für einen grimmigen Arbeitssieg überhaupt erstaunlich vital: So lustvoll und motiviert haben sich Slayer seit dem Hassbrocken "Christ Illusion" von 2006 nicht mehr wiederholt.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 6.4/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.