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Superchunk What A Time To Be Alive

VÖ: 16.02.2018 | Label: Merge
Text: Markus Hockenbrink
8 / 12
Superchunk - What A Time To Be Alive

Mac McCaughan kann nicht singen. Alle Songs klingen gleich. Indierock ist langweilig. Deine Mutter hört Superchunk. Alles richtig. Und alles richtig so.

Die musikalisch-kreative Festanstellung hat im Rock’n’Roll (sagt das noch jemand?) eine gewisse Tradition, mit der man manchen lederjackigen Leuten nicht dumm kommen sollte. AC/DC, Motörhead und die Ramones klingen, wie sie klingen, und transzendieren trotzdem den musikalischen Schrebergarten durch Stilistik und Spucke. Das einzige Superchunk-Album, das man nicht in ein paar Minuten auswendig lernen konnte, war 1999 “Come Pick Me Up”, zugegebenermaßen eine wundervolle Wildblüte im Oeuvre der revierständigen Indie-Helden, die immer schon nach der Maxime lebten, lieber ein tolles Label zu gründen als einen weiteren Akkord zu lernen. Nach der Renaissance mit “Majesty Shredding” 2010 legte sich das Quartett auf geflickschusterten College-Punk fest, der auf “What A Time To Be Alive” gefühlte 0,5 Prozent variiert wird. Melodien sind hier das Mittel zum Zweck der Geschwindigkeit, die die Wut kanalisiert und gleichzeitig ein bisschen Jugend konserviert. “There was more than one Reagan Youth”, klugscheißt McCaughan für Nachgeborene, die das nicht hören wollen, und spielt gleich danach die Planned-Parenthood-Hymne “I Got Cut” für alle, die trotzdem fühlen müssen. Wenn die Hausband zur Lebensanschauung wird, kann das manchmal zahm, nostalgisch und ein bisschen albern sein – Superchunk klingen höchstens ein bisschen wie “Cool Dad” in Converse. Fuck it. Wenn die Band im Juni zum ersten Mal seit 24 Jahren für Konzerte nach Deutschland kommt, bringen wir halt die Kinder mit und lassen dafür die Ohrstöpsel daheim.

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