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0 Autor: Carsten Sandkämper

The Pineapple Thief - Versions Of The Truth

Versions Of The Truth

Man muss es einfach mal so sagen: Mit dem Einstieg von King-Crimson-Schlagzeuger Gavin Harrison haben sich The Pineapple Thief zu einer neuen Band gewandelt.

Das soll frühere Alben nicht degradieren. Tatsache ist allerdings, dass Bruce Soords Versuch, Neo Prog und Pop miteinander zu verschmelzen, bis zum Album "Your Wilderness" stets entweder Spannung oder Komplexität fehlte, um wirklich aufregend zu klingen. Seit Harrison mit seinem Verständnis von rhythmischer Illusion und Polyrhythmik den Kompositionen entscheidende Impulse gibt, bewegen sich The Pineapple Thief konsequent in Richtung progressiver Glanztaten. Eine weitere ist "Versions Of The Truth", das gleichberechtigt von allen vier Bandmitgliedern produzierte 14. Studioalbum. Jeder Musiker erobert sich in den Stücken seine eigene Position und begnügt sich nicht mehr wie noch streckenweise auf "Your Wilderness" mit der Autovervollständigung einer vorgegebenen Struktur. Das ist deshalb so wichtig, weil gerade die Details in Soords popaffiner Kompositionstechnik Ecken und Kanten schaffen, wo eigentlich keine hingehören. Taktverschiebungen in "Break It All", die subtil minimalistischen Vibraphon-Patterns im Titelstück sowie dem dreampopartigen "Stop Making Sense" und der 9/4-Takt im eingängigen "Out Of Line" komplettieren das Bild einer Band, die sich selbst immer weiter fordert, ohne die eigene Vergangenheit zu verneinen. Zu dieser gehört zwar eine gewisse Gleichförmigkeit von Melodien, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Bewertung: 8/12

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