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0 Autor: Ingo Scheel

Mondo Generator - Fuck It

Fuck It

Doppelpack aus der Generator-Garage: Neben einem verschütteten Album von 2010 gibt es frische Songs von Oliveri & Co.

Zum ersten Mal seit acht Jahren gibt es damit frische Songs aus dem Hause Mondo Generator, und das gleich in zweifacher Version. Da wäre zum einen "Shooter’s Bible", qua Selbstbezeichnung eine "rare Perle". Angekündigt war die Veröffentlichung des Albums bereits 2009 auf der Myspace-Seite (!) der Band, tatsächlich aber verschwand das Werk in der Schublade. Stattdessen gab es im Jahr darauf die EP "Dog Food", deren Titelsong aus der Feder von Iggy Pop stammt und mit Dave Grohl am Schlagzeug sich nun auch auf "Shooter’s Bible" wiederfindet. Mit "Smashed Apart" gibt es einen weiteren Song von der Hundefutter-EP, beide Wiedergänger entpuppen sich als Hits der Platte. Das Iggy-Pop-Cover ist ein schmissiger Groover mit kompakten Riffs und Handclaps, die Oliveri-Komposition baumelt atmosphärisch zwischen geschmeidigen Gitarren nach Smashing-Pumpkins-Art und dem gewohnten Gekläffe. Überhaupt bleibt Oliveris Gesang die Schnittstelle, an der sich Hin- oder Abwendung entscheidet: aggressiv, melodiebefreit, unterzuckert, es ist der gewohnte Gestus. Das gerät mal songdienlich euphorisierend, dann wieder einfach nur nervtötend. Was diesen Aspekt angeht, hat sich auch zehn Jahre vorgespult ins Jahr 2020 und damit zum neuen Album "Fuck It", relativ wenig getan. Dafür aber sind die musikalischen Einfälle um einiges variantenreicher und unterhaltsamer geraten, auch wegen der mal mehr, mal weniger gut versteckten Anspielungen und Zitate. Gleich der Opener "Nowhere Man" klingt wie ein Proto-Stoner-Update von Black Sabbath, "Kyuss Dies!" rieselt der Sand des Originals aus den Fugen, "There’s Nothing Wrong" greift ebenso tief in die Assoziationskiste und klingt im Drum-Gitarre-Intro latent nach "Kiss’ Love Gun". Eingespielt in der Besetzung Nick Oliveri an Bass und Gesang, Mike Pygmie an der Gitarre, und Mike Amster am Schlagzeug, aufgenommen in Josh Hommes Pink Duck Studio, gewinnt "Fuck It" den internen Wettstreit um die überzeugendere Veröffentlichung mit lockerem Händchen. Wo das Bibel-Album stellenweise nach wenig ausformuliertem Demo klingt, hat die neue Platte mit dem Handschellen-Cover einiges mehr an Hingabe und Detailfreude zu bieten. Dennoch stellt sich am Ende die Frage, ob die zeitgleiche Veröffentlichung der relativ ollen Kamelle und der über weite Strecken überzeugenden, neuen Platte wirklich Sinn ergibt. Schlussendlich werden die nach frischem Stoff dürstenden Die-Hard-Fans von Mondo Generator ohnehin bei beiden zugreifen.

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