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0 Autor: Jonas Grabosch

Korn - The Nothing

The Nothing

Wertkonservativ im besten Sinne: Korn filtern die Trademarks ihres Debüts von 1994 durch die Studiotechnik des 21. Jahrhunderts. Nicht so aufregend wie früher, aber überraschend effektiv.

Seit dem Crossover von Nu Metal und Electro-DJs auf "The Path Of Totality" (2011) haben Korn mit jedem neuen Album wieder an Härte gewonnen, ohne deshalb das elektronische Knistern unter den Gitarrenriffs abzuschaffen. Ihr 13. Album "The Nothing" zieht es nun noch deutlicher gleichzeitig in die Zukunft und die Vergangenheit. Wobei Korn zunächst letztere beschwören: Das Album-Intro "The End Begins" startet mit einem Dudelsack, "They are coming after me", raunt Sänger Jonathan Davis mantraartig, während sich hinter ihm ein instrumentales Unwetter zusammenbraut – bevor er schluchzend zusammenbricht, wie es schon vor 25 Jahren in "Daddy" vom Korn-Debüt für Gänsehaut sorgte. Das folgende "Cold" setzt hinter diesen Auftakt mit einem ultrabrutalen Riff noch ein Ausrufezeichen; der Song ist eine Machtdemonstration einer Band, die zeigen will, dass ihre Formel auch nach einem Vierteljahrhundert noch längst nicht ausgereizt ist. Denn der Vorwurf wird kommen, zu sehr sind Stakkato-Tiefton-Riffing, Pop-Metal-Refrains und Davis' noch immer zwischen Kinderreim, White-Trash-Rap, Wutaus- und Nervenzusammenbruch changierender Gesang heute Massenware. Korn aber haben das alles miterfunden und praktizieren es in Songs wie "The Darkness Is Revealing" mit souveräner Kaltschnäuzigkeit. Daneben schreiben sie heute zudem auch elektronisch rauschende Brutalo-Popsongs wie "Finally Free" mit seinen Synthie-Phasen. Ein Bein in der Tradition, ein Bein im Fortschritt – Korn stehen damit überraschend sicher.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 7.0/12

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