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0 Autor: Martin Burger

Mastodon - Cold Dark Place

Cold Dark Place

Lange vor "Emperor Of Sand" hatte Brent Hinds "Cold Dark Place" als mögliches Soloalbum angekündigt. Nun erscheint seine Verarbeitung einer gescheiterten Beziehung in voller Bandbesetzung als EP. Und was für eine.

Der sonst so lebenslustige Hinds scheint gelitten zu haben. Das Cover zeigt ihn als Greis in einer überwucherten Behausung, zwei zu knorrigen Händen ausgewachsene Bäume drohen ihn zu packen und unter die Erde zu ziehen. Eine deprimierende Szenerie – die lange zurückliegen muss, denn mittlerweile macht er wieder wie gewohnt Faxen und ist sogar unter der Haube. Drei der vier Songs von "Cold Dark Place" waren während der Arbeiten am Mastodon-Album "Once More 'Round The Sun" entstanden, nur "Blue Walsh" fällt in die Zeit der Sessions zu "Emperor Of Sand". Die vielen akustischen Gitarren verraten, dass diesmal Hinds am Steuer saß; die Vorliebe seines Leadgitarristen für Fingerpicking erläuterte Riffarbeiter Bill Kelliher VISIONS bereits Anfang des Jahres. Am Vorabtrack "Toe To Toes" kann man gut die Gesamtausrichtung festmachen: Die Strukturen sind vertrackter, der Sound dicht und melancholisch, Hinds singt ungewohnt waidwund. Aber für derlei Versuche sind EPs nunmal da, obschon im weiteren Verlauf auch härtere Stellen ihren Platz finden, meist wenn Bassist Troy Sanders die mächtige Stimme erhebt. Auf "Emperor Of Sand" oder als Teil eines Doppelalbums hätten die Songs trotzdem irritiert, denn "North Side Star" und der titelgebende Schlusstrack fallen ebenfalls aus wie beschrieben und treiben das Spiel in epische Längen. Das letzte Mal, als Hinds so viele Freiheiten hatte, helikopterte er "Crack The Skye" in höchste Höhen. Keine schlechte Referenz.

Leserbewertung: 8.0/12

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