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Bush - Black And White Rainbows

Black And White Rainbows
  • VÖ: 10.03.2017
  • Label: Caroline

Bushs dritte Platte nach Comeback und Pop-Werdung ist ihre bislang konsequenteste. Das darf man nicht mit einem Kompliment verwechseln.

Während "The Sea Of Memories" (2011) und "Man On The Run" (2014) zwischen Pop-Allüren und dem Schielen auf alte Band-Standards zerrissen wirkten, ist "Black And White Rainbows" eine Platte aus einem Guss – eine Poprock-Platte, die mehr nach Radio klingt als Radiorock selbst. Brummige Verzerrer-Gitarren gibt es, Frontmann Gavin Rossdale hat sie mit seiner Produktion aber gründlich karamellisiert und zwischen Synthie-Geigen, Hall-Effekten und Drum-Machines eingereiht. Weil das Album keine Rückgriffe auf die 90er mehr versucht, klingt es befreit und luftig, nichts wirkt konstruiert, man hört 100 Prozent Rossdale. Der ist nur leider schwer zu ertragen: Nach der Scheidung von Gwen Stefani 2015 hätte man ein wütendes, schmerzendes Album erwartet. Stattdessen ruft Rossdale seiner Verflossenen in einem der kitschigsten Songs des Albums gleich zu Beginn nach, dass er noch "Mad Love" für sie empfinde. Das Stück steht als Extrembeispiel für die aggressionsfördernde Milde und klebrig-optimistisch schmachtende Pop-Hymnik, mit der größere Teile des viel zu langen Black And White Rainbows durchrauschen. Akustische Reibung gewährt der Weichzeichner nur in kurzen Momenten von Songs wie "The Beat Of Your Heart" oder "Dystopia", die an den bereits elektronisch angehauchten Bush-Klassiker "The Science Of Things" (1999) erinnern. Dass man manche Zuckerbomben wie "Ray Of Light" als alter Fan mit einer masochistischen Freude hört, hat nur einen Grund: Mit einer solchen Überstimme wie der von Rossdale kann man gar keine komplett üble Musik machen.

Bewertung: 4/12
Leserbewertung: 3.5/12

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