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Elliott Smith - Heaven Adores You Soundtrack

Heaven Adores You Soundtrack

Schon der Film "Heaven Adores You" war eine einfühlsame Entdeckungsreise durch Elliott Smiths Leben und musikalisches Werk. Der Soundtrack erweitert diese Erfahrungen nun noch einmal.

Erneut beweisen die Macher von "Heaven Adores You" dabei mehr Fingerspitzengefühl im Umgang mit dem Erbe des 2003 viel zu früh verstorbenen Singer/Songwriters, als es Regisseur Brett Morgan bei "Montage Of Heck" und Kurt Cobain gezeigt hatte. Während letzterer mit teils extrem rohen Demoaufnahmen und unfertigen Songskizzen den Künstler bis auf die Knochen entblößte, stößt die Smith-CD nur zwei Mal wirklich in die Intimsphäre des Musikers vor - und offenbart in beiden Fällen als frühvollendetes Genie. Der Opener, ein ahnungsvolles E-Gitarre-Fingerpicking des 14-jährigen Smith, zeigt ihn als Frusciante-gleichen, aufgehenden Songwriter-Stern; der Closer "I Love My Room", eine mit ihren Stimmungs- und Tempowechseln beinahe musicalhafte Pianonummer des ebenfalls minderjährigen Musikers, ruft die brüchige Schönheit des frühen Daniel Johnston ins Gedächtnis. Dazwischen reiht die Compilation chronologisch Aufnahmen aneinander, die SMith von 1993 bis 1999 - bis zum letzten vor seiner Heroinsucht fertiggestellten Album "Figure 8" - als Teil der Alternative-Rocker Heatmiser und als Solokünstler anfertigete. Die zum Teil bislang unveröffentlichten Raritäten taugen zwar am besten als Ergänzung zu Smiths drei Heatmiser- und fünf Soloalben, liefern aber auch für sich allein einen guten Überblick über dessen Facetten: Die Versionen der Hits "Say Yes" und "Miss Misery" demonstrieren, über welche magische Kraft und Perfektion der Sänger auch auf der Bühne verfüggte. "Don't Call Me Billy" oder "Christian Brothers" zweigen den Rockmusiker Smith, diverse Demos und Frühversionen offenbaren die Evolutionen der Songs, teilweise brillante Instrumentals die überbordende Keaativität und Verspieltheit des Musikers - und mit "Plainclothes Man", "True Love" oder einer bereits als B-Seite veröffentlichten Akustikversion des Klassikers "Son Of Sam" enthält die Zusammenstellung auch vollendete Songperlen. Schade nur, dass die Compilation gegen Ende drei Songs von Studioalben verwendet, um sich eng an die Dramaturgie des Films zu halten; stattdessen hätte es gerne noch weiteres Archivmaterial sein dürfen. So oder so: Wer schon zum Nachlassalbum "From A Basement On The Hill" und der Raritäten-Compilation "New Moon" gegriffen hat, macht auch mit dem Soundtrack zu "Heaven Adores You" nichts falsch. Dessen i-Tüpfelchen ist dann das Booklet, in dem die Interviewpartner aus dem Film den Kontext und die Entstehungsgeschichte jedes einzelnen Stücks erläutern.

Leserbewertung: 8.0/12

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