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0 Autor: Matthias Möde

Mogwai - Central Belters

Central Belters
  • VÖ: 09.10.2015
  • Label: Rock Action/Pias/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 272

20 Jahre Mogwai in 35 Songs – zum Jubiläum versuchen Mogwai mit "Central Belters" ihre Karriere Revue passieren zu lassen.

Rund 20 Jahre nach der ersten Probe, die am 26. Juni 1995 im Wohnzimmer der Eltern von Mogwai-Kopf Stuart Braithwaite stattfand, feiert die schottische Postrock-Band ihr Jubiläum live und mit dieser Drei-CD-Compilation, die die Entwicklung und Vielfalt Mogwais musikalisch und mit Hilfe von Fotos, Tickets und Gig-Postern auch visuell dokumentiert. Die ersten beiden CDs funktionieren als Best-Of, mit Songs von allen acht Studioalben, der EP "+6", des "Les Revenants"-Soundtracks und der erst Ende 2014 erschienenen "Music Industry 3. Fitness Industry 1."-EP, dessen elektronisch-poppiger Song "Teenage Exorcists" die zweite CD beendet. Bis Mogwai in handelsüblichen dreieinhalb Minuten derartig eingängig klingen konnten und wollten, ist viel passiert. Ihren Anfang geben die ersten vier Tracks gut und chronologisch wider: Das wechselhafte Summer und der bis heute häufig live gespielte Klassiker "New Paths To Helicon Part 1" stammen von "Ten Rapid", das 1997 die ersten Aufnahmen von Mogwai zusammenfasste. Mit "Cody" und "Christmas Steps" folgen ein Song mit Gesang und einer, in dem die Gitarren-Riffs ihrem Zorn freien Lauf lassen können, beide stammen von "Come On Die Young" (1999). Danach gerät die Chronologie durcheinander, Mogwais Vielfalt kommt dafür umso mehr zur Geltung. Die Beiträge von "Happy Songs For Happy People" (2003) lassen durch ihre elektronische Färbung eine klare Weiterentwicklung erkennen, und zum Ende der ersten Disc holt "Mogwai Fear Satan" noch mal zum Rundumschlag aus. Die zweite CD präsentiert die moderner klingenden Mogwai, beginnend mit Tracks von "Mr. Beast" (2006), über den Gute-Laune-Song "The Sun Smells Too Loud" von "The Hawk Is Howling" (2008) bis zur "Music Industry..."-EP, die ein Anhängsel des Albums "Rave Tapes" (2014) ist. "Stanley Kubrick", von der EP "+6", dessen Video Anfang der 00er im Spätprogramm der Musiksender verstörte, hätte auch seine Berechtigung auf der dritten CD gehabt, die Songs von Compilations, Soundtracks und vor allem Singles und EPs, aber keine richtigen Raritäten umfasst. Am seltensten ist wohl "D To E" von der US-Tour-EP mit Bardo Pond (2001). Die Auswahl der weniger bekannten Mogwai-Songs sei besonders schwer gefallen, sagt Braithwaite. Kein Wunder, wenn "My Father My King" allein über 20 Minuten in Anspruch nimmt und "Central Belters" damit herrlich laut beendet. Faszinierend, was Mogwai in 20 Jahren produziert haben, diese Compilation kann trotzdem nur einen Teil davon widerspiegeln. Wer sich der Band nähern möchte, sollte das nach wie vor anhand der Alben tun. Wer sie kennt, weiß, dass ein Best-Of wenig Sinn hat.

Leserbewertung: 11.0/12

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