Zugegebenermaßen bedienen sich Totenmond einer Ästhetik, die ohne Beschäftigung mit den Texten mißverständlich ist. Bei meinem Interview mit Sänger Pazzer hatte ich jedoch beim besten Willen nicht den Eindruck, einem politisch extrem gesonnenen Menschen gegenüberzusitzen – weder was die linke, geschweige denn rechte Seite des Spektrums betrifft. Derartige Exkurse sollte man sich besser für ein eventuelles Interview aufheben, das sicher zur Klärung der Sachverhalte beitrüge. Das Augenmerk sollte an dieser Stelle allerdings auf der Musik liegen, die sicher nicht jedermanns Fall ist: Hier wird Stumpfheit zelebriert, egal, ob die Schwaben gerade monotonem Doom, uraltem Death Metal oder hyperaktivem Grind frönen. Carnivore, Master, Pungent Stench, alte Napalm Death, Celtic Frost und Eisenvater bilden dabei die Eckpfeiler des schrödderigen Gebräus, das wirklich keinerlei schöngeistige Momente bereithält. Wen tiefdüstere Farben und Stimmungen sowie die genannten Bands faszinieren, den wird auch Fleischwald” packen – aber auch nur die.
weitere Platten
Auf dem Mond ein Feuer
VÖ: 30.11.1999
Lichtbringer
VÖ: 01.01.1900
The Curse Of Miss Kitty
VÖ: 01.01.1900