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Manic Street Preachers - Lifeblood

Lifeblood

"Lifeblood"? Klingt nach jeder Menge Leidenschaft und Leben, doch das bleibt hier leider leere Versprechung. Die Manics haben ihren Zenit endgültig überschritten.

Zumindest scheinen sie sich nach dem reichlich durchwachsenen "Know Your Enemy" sowie den Alibi-Veröffentlichungen "Forever Delayed" und "Lipstick Traces" inzwischen hoffnungslos in Zuckerguss und Sahnehäubchen verfangen zu haben. Direkt neben Simple Minds, Pet Shop Boys und Konsorten. Die erste Single "The Love Of Richard Nixon" bringt das Dilemma des MSP-Baukasten-Songwritings auf den Punkt: Eine sich aufdringlich einschmeichelnde Melodie und durch Dopplung unterstrichener Gesang, angereichert mit der bewährten Mischung aus Politrhetorik und Romantik, gut durchgerührt und mit spacigen Synthtie-Klängen zu einem sphärischen Schleier verhuscht. Das tut nicht weh, aber auch nicht wirklich gut. Sicher: Von Tony Visconti und Tom Elmhirst, die zum großen Teil für den Sound des Albums verantwortlich zeichnen, war nichts anderes zu erwarten als eine glatte Mainstream-Produktion. Alles halb so schlimm, besäßen nur die Stücke mehr Eigencharakter. Zwar kann man "Always/Never" schwerlich seinen Hitcharakter absprechen, entpuppt sich "Emily" als toller Song, bei dem die Elektronik gepflegten Brian Eno-Flair herauf beschwört, statt nur als künstliche Politur zu fungieren. Doch schon "Glasnost" plätschert wieder gnadenlos unoriginell vor sich hin, und auch "A Song For Our Departure" versprüht keine gefühlsechte Melancholie, sondern wirkt wie eine mit goldenen Schleifen verzierte Altherren-Fingerübung. Schade um eine früher mal wichtige Band.

Leserbewertung: 6.5/12

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