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0 Autor: Patrick Großmann

Masters Of Reality - Give Us Barabbas

Give Us Barabbas

Der Desertrock-Impresario leert sein Song-Lager, in dem sich vor allem Balladesk-Akustisches angesammelt hat. Richtig Spaß macht das nur selten.

Um die Wartezeit auf ein nächstes reguläres Masters-Album nach "Deep In The Hole" zu verkürzen, hat Chris Goss kurzerhand ein paar neue Tracks und unveröffentlichtes B-Material in einen Topf und auf den Markt geschmissen. Einziger gemeinsamer Nenner: Mit Ausnahme des twangy Überbleibsels "The Desert Song" aus der Ginger-Baker-Phase sowie dem bereits bekannten "Jindalee Jindalie" mit Scott Weiland am Gastmikro weht hier ein eher zahmer Wind. Irgendwo zwischen standardisierten Folkrock-Akkorden und 60s-Campfire-Country-Schmelz hockt sich Mr. Goss ins tiefgrüne Gras – und steht nimmermehr auf. Womit wir beim Problem seiner akustischen Zwischenmahlzeit angelangt wären. Denn was beim von tragischen Violinen verzauberten Einstieg "The Ballad Of Jody Frosty" zweifellos berückend ausfällt und im pseudo-keltischen "Voice And The Vision" wenigstens auf einer feisten Slide-Gitarre daher schiebt, büßt in der Folge Spannungsmomente ein. Was die Masters Of Reality stets genial beherrschten – die Gratwanderung zwischen sandig-verzerrtem Knarzen und psychedelischem Esoterik-Trip – wirkt ohne die Wüsten-Komponente oft blutleer, betulich und schönfärberisch. Da helfen weder Mandolinen-Picking noch Brendon McNichols Balalaika-Skills. Lennons Bluesrocker "It's So Hard" müffelt nach Rentnercombo und auch das banal schunkelnde "Brownhouse On The Green Road" lässt man lieber links liegen. Mit dem lachhaften Ringelpietz "Off To Tiki Ti" sowie "Don't Get Caught By The Huntsman's Bow" schließlich ist Goss gar bei Kinderweisen angelangt. So hart es klingt: Wer nix zu sagen hat, sollte den Mund halten.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 10.0/12

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