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Weezer - Maladroit

Maladroit

Die schlechteste Weezer-Platte aller Zeiten hat dennoch eine knappe Nasenlänge Vorsprung vor der Konkurrenz.

14 Songs statt zehn (davon einer das aus strategischen Gründen abermals vertretene "Island In The Sun"), eine ellenlange Thankslist und ein 12seitiges Booklet, in dem auch noch die Texte abgedruckt sind – man merkt sofort, dass diesmal vieles anders ist im Weezerland. Das fängt bei "Dope Nose" und seiner aufgesetzten, ja fast schon aufdringlichen Fröhlichkeit an, setzt sich im mittelmäßigen "Space Rock" fort und kulminiert in der missratenen Ballade "Death And Destruction" mit seinen äußerst abschreckenden Eddie Van Halen-Licks. Überhaupt: die Achtziger. Bandkopf Rivers Cuomo machte ja bis jetzt nur in Interviews keinen Hehl aus seiner Hardrock/Metal-Vergangenheit, doch nun ist dies auch vermehrt im Songwriting zu hören. "Keep Fishin", "Take Control", "Fall Together" – mehr als einmal werden hier die bandtypischen Harmonie-Trademarks mit Big Stadium Riffs und "Rocky IV Soundtrack"-Gitarrengniedeleien der Marke Loverboy, Bon Jovi oder Survivor versetzt. "Slave", "December" und "Love Explosion" atmen dann eindeutig ‚grüne’ Luft, "Possibilities" rockt pfeilschnell ins Blaue, während das dramatische Album-Highlight "Slob" noch am ehesten "Pinkerton"-Format hat. Fazit: Der Mythos Weezer droht langsam zu verschwinden (siehe auch das Interview in VISIONS Nr. 110), und übrig bleibt eine ganz normale Rockband, die auch mal einen schlechten Tag haben kann. Noch überwiegen die guten.

Leserbewertung: 6.4/12

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