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The Roots - Things Fall Apart

Things Fall Apart

Für ihr viertes Album hat sich die HipHop-Band aus Philly ganz schön Zeit gelassen. Doch nicht aus Faulheit, sondern aus der Erfahrung heraus, daß ihre Musik Zeit braucht, sowohl beim Einspielen als auch beim Zuhören.

Denn die sechsköpfige Band (die neben den Emcees auch einen Keyboarder, Bassmann und Schlagzeuger zu ihrem Line-Up zählen) ist trotz ihrer Live-Instrumentierung derart tief im HipHop verwurzelt, das sie eine großgeschriebene Maxime dieses Stils fast bis zur Selbstaufgabe beherzigt: Reduktion auf das absolut Notwendigste. Dabei sind die Instrumente nicht, wie noch auf dem Vorgänger „Illadelph Halflife" häufig zu hören, einfach nur gesampelt und geloopt, sondern wieder zur Gänze live eingespielt, ja selbst die nach Drummy klingenden Beats wurden per Human Beatbox erzeugt. Und genau dort liegt der besondere Charme ihrer sehr fließend, dezent-zurückhaltend arrangierten HipHop-Perlen: Obwohl nicht allzu viel passiert, verändern sich die Songs, anders als bei gängiger Loop-Ware, kontinuierlich. Zwar sind die Veränderungen oft nur marginal oder bestehen nur aus sekundenlangen Keyboardausflügen oder einzelnen Baßrutschern, aber sie halten den Hintergrund für die wie immer großartigen Wortvorträge von Black Thought und Malik B. spannend und dicht. Insofern bleibt festzuhalten, daß es kaum einem HipHop-Artist bislang gelungen ist, über vier Longplayer hinweg derart unspektakulär und zugleich auf einem so hohen Level zu agieren.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 6.7/12

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