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0 Autor: Christian Wiensgol

Interpol - A Fine Mess (EP)

A Fine Mess (EP)

Neun Monate nach dem von Fans und Kritikern gemischt aufgenommenen "Marauder" reichen Interpol eine Fünf-Song-EP nach, die es in sich hat.

Das sechste Album der New Yorker wurde im vergangenen Jahr entweder für seine raue Energie gefeiert oder dafür abgestraft, dass hinter der rauen Energie nicht viel zu finden war. "A Fine Mess" ist auf dem Papier zwar nicht mehr als eine Ansammlung von fünf Songs, die aus den damaligen Sessions mit Dave Fridmann übrigblieben. Dennoch besitzen sie das Potenzial, sowohl die "Marauder"-Skeptiker als auch deren Befürworter glücklich zu machen. In 18 Minuten agieren Interpol noch direkter als zuletzt, was sie ruppiger und weniger verkopft, gleichzeitig aber auch weniger breitbeinig erscheinen lässt. Vieles geht dabei als lupenreiner Post-Punk durch. Schon in den ersten Sekunden des bereits seit Januar kursierenden Openers und Quasi-Titelsongs "Fine Mess" buhlen Paul Banks’ Stimme und Daniel Kesslers Gitarre gleichermaßen verzerrt und aufgekratzt um die Hoheit. Erst im Refrain macht Kessler Platz und überlässt Banks das Feld für unterkühlte und überraschend unaufgeregte Zeilen. Deutlich größer gerät der Refrain des folgenden "No Big Deal", das sich damit für künftige Live-Setlists und Best-of-Playlists bewirbt. Noch vehementer ist in dieser Hinsicht "The Weekend" angelegt, das alle Zutaten eines künftigen Interpol-Hits enthält, außer Banks’ tiefer Stimmlage, die er auch auf "A Fine Mess" nur noch selten benutzt. Seine hohe Stimmlage passt jedoch zur Aufbruchstimmung, die Interpol textlich auf "A Fine Mess" erzeugen und musikalisch mit viel Nostalgie unterlegen. Nicht der kreativste Weg, aber allemal besser als Stillstand.

Leserbewertung: 9.0/12

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