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0 Autor: Stefan Reuter

Clutch - Book Of Bad Decisions

Book Of Bad Decisions

Clutch machen das Dutzend voll und bleiben die verlässlichste Bank für aufgeweckten Stoner- und Southern-Rock ohne Konföderiertenflagge.

Eine komplette Neuausrichtung hat eh niemand erwartet. „Hot damn/ Democratic process/ What a time to be alive/ Oh, I’m ready to give the people what they want“, röhrt Neil Fallon in "How To Shake Hands" und will in seiner ersten Amtshandlung als US-Präsident das Konterfei von Jimi Hendrix auf den 20-Dollar-Schein bringen. Clutch wissen genau, was die Leute wollen, also machen sie auf ihrem zwölften Album, was sie am besten können: harten Rock mit leichter Schieflage und hohem Unterhaltungswert. Die Band aus Germantown, Maryland agiert wesentlich befreiter als zuletzt auf "Psychic Warfare", als sie sich zu sehr am überragenden Vorgänger "Earth Rocker" orientierte. Es wirkt fast, als wüssten Clutch, dass sie da so schnell nicht mehr herankommen, und lassen daher den Dingen ihren Lauf. "Spirit Of ’76" bringt Black Sabbath und Lynyrd Skynyrd zusammen, als wäre es das Normalste der Welt. "Emily Dickinson" lässt hemmungslos die Hammond röhren und verlässt mit seinem Gitarrensolo die Erdumlaufbahn, während "Lorelei" als Rausschmeißer den inzwischen obligatorischen Downer liefert. Das ist alles bewährt und gerade deswegen auch so gut. Für eine Überraschung sorgt aber "In Walks Barbarella": „Weaponize funk“, lautet der Auftrag, den Clutch in Begleitung einer Bläsersektion mit Bravour meistern. In seiner Gesamtheit handelt "Book Of Bad Decisions" davon, was Clutch an bestimmten Punkten in ihrem Leben lieber anders gemacht hätten. Die Platte selbst gehört nicht dazu.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 11.0/12

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