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0 Autor: Vivien Stellmach

Titus Andronicus - A Productive Cough

A Productive Cough

Nach dem wilden Dreifach-Album "The Most Lamentable Tragedy" von 2015, zeigen sich Titus Andronicus nun von ihrer balladesken Seite.

Für die sollte man Geduld mitbringen. Zwischen Punk- und Heartland-Rock drehte sich bei Titus Andronicus zuletzt alles um das Thema manische Depression: Auf "The Most Lamentable Tragedy" brachten sie 29 Songs in fünf Akten unter und behandelten von Perspektivlosigkeit bis zu psychischen Erkrankungen alles, worüber man sich in hingerotzten Punksongs aufregen kann. Nun ist die Band um Frontmann Patrick Stickles offensichtlich etwas ruhiger geworden. Ihr neues Album "A Productive Cough" gönnt sich einen zehnminütigen Opener und ganz viel Zeit, um auf den Punkt zu kommen: "Number One (In New York)" schwingt sich zu schlichten Piano-Melodien zu einer erhabenen Folk-Hymne auf. Ein paar Mal werden Titus Andronicus kurz laut, bevor der Song in sich zusammenfällt und in "Real Talk" übergeht, ein beschwingtes Heartland-Rock-Stück mit Country-Einschlag, das einen in eine charmante Spelunke versetzt, in der man zur Musik aus einer alten Jukebox tanzt oder vor Langeweile und wegen zuviel Whiskeys vom Hocker fällt. Die langen Songs sind nervenaufreibend und wenig abwechslungsreich, am stärksten ballt sich die Faust in der Hosentasche zum achtminütigen "Home Alone": Stickles singt darin so lange zu melodischem Geschrammel, dass er alleine zu Hause ist, bis es selbst John Hughes zum Hals raushängt. Mit "Above The Bodega (Local Business)", "Crass Tattoo" und "Mass Transit Madness (Goin’ Loco’)" gibt es auch drei weniger langatmige Stücke, am unterhaltsamsten ist mit "(I’m) Like A Rolling Stone" aber das Cover des gleichnamigen Bob-Dylan-Klassikers.

Bewertung: 7/12

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