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Oh Sees - Orc

Orc

Ein (mal wieder) fantastisches Album zwischen Garage Rock, Psychedelic und Prog-Rock im Stil der 70er.

1997 gründete der damals 23-jährige John Dwyer eine Band namens Thee Oh Sees. Weitere neun Jahre sollte es dauern, bis mit The Cool Death Of Island Riders das erste Album erschien. Seitdem hat er 14 weitere Alben veröffentlicht, um seiner Band jetzt, zum 20-jährigen Jubiläum und beim 16. Album in elf Jahren das "Thee" zu streichen. Orc ist der Nachfolger des letztjährigen "A Weird Exits" und dem Anhängsel "An Odd Entrances" – und mit 50 Minuten sind die zehn Songs zu lang für eine einfache LP. Was daran liegt, dass Dwyer auf Orc auf kurze Garage-Rock-Kracher nahezu verzichtet. Vielmehr lebt er seine Liebe zu mäandernder Psychedelic und progressivem Rock der 70er aus. Etwa in "Keys In The Castle": Was als beschwingter Fuzz-Rock-Song beginnt, wandelt sich nach zwei Minuten in einen Drone, aus dem eine schöne Keyboard-Figur steigt, zu der sich irgendwann eine orientalisch anmutende Geige gesellt, bis das Stück nach acht Minuten endet. Keyboarderin Brigid Dawson untermalt auch "Cadavar Dog", das viel von der DNA von Pink Floyd und Emerson, Lake & Palmer in sich trägt. Das summende "Paranoise" schließt daran perfekt an. Das abschließende "Raw Optics" wird über weite Strecken seiner sechseinhalb Minuten zum Schaulaufen für die zwei Schlagzeuger Dan Rincon und Paul Quattrone. Es ist ein Wunder, wie es Dwyer gelingt, bei seinem immensen Output relevant und interessant zu bleiben. Aber da er die Gesamtheit des Rock'n'Roll-Erbes für seine Musik in Betracht zieht und sich vor (retro-)progressiven Ausflügen nicht scheut, gelingt es ihm. Auf die nächsten 20 Jahre und vermutlich ebenso viele Alben.

Bewertung: 9/12

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