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0 Autor: Gerrit Köppl

MGMT - Little Dark Age

Little Dark Age

Zwielichtig, psychedelisch, tanzbar, retro, und dabei ziemlich witzig – MGMTs neues Album unterhält wie ein kleines Pop-Musical ohne zusammenhängenden Inhalt.

Mit jedem Song erzählen Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser kurze Geschichten, die oft ins Absurde abdriften, dabei mit Worten spielen und hin und wieder in ungewohnt düstere Klangwelten eintauchen. Der Opener "She Works Out Too Much" legt mit beschwingtem Synthpop vor, charmante Songzeilen wie die von einer Frauenstimme gesungene „The only reason we never worked out was you never worked out enough“ sorgen für Schmunzler. Danach machen MGMT im Titelsong mit lauten, pulsierenden Synthbässen einen dramatischen Abstecher Richtung French House, leihen sich ein wenig Mensch-Maschinen-Ästhetik bei Kraftwerk und lassen das in "When You Die" münden, einer surrealen Geisterbahnfahrt mit hypnotischen Gitarreneinwürfen, deren Beach-Boys-Refrain humorvoll mit den vulgären und makaberen Texten kollidiert. „All I want and all I know/ Is time spent looking at my phone“, ist das Mantra von "TSLAMP", in dem Funk, Latin-Beats und spanische Gitarren den Elektropop des Duos aus New York ergänzen; die opulente, bedeutungsschwangere Ballade "When You’re Small" nimmt sich selbst mit Zeilen wie „You don’t have very far to fall“ aufs Korn. Und mit der 80s-Aerobic-Hymne "One Thing Left To Try" liefern MGMT den passenden Soundtrack zum lyrischen Workout aus dem Opener. So dick aufzutragen und so augenzwinkernd exzentrisch zu sein wie auf "Congratulations" von 2010 können VanWyngarden und Goldwasser einfach gut. Es gelingt ihnen auch auf "Little Dark Age" – sie sind nur ganz kurz davor, den Bogen zu überspannen.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 7.3/12

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