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0 Autor: Nina Töllner

Sufjan Stevens - Planetarium

Planetarium

Ein Konzeptalbum übers Sonnensystem – wer könnte das besser stemmen als Sufjan Stevens? Einige seiner Freunde sind aber auch dabei.

Dass dem Alleskönner nichts zu überdimensioniert ist und er Konzepte liebt, wissen wir. Außerdem schrieb er schon zu College-Zeiten Songs über die Planeten. Als der Komponist Nico Muhly ihn, Bryce Dessner von The National und Multiinstrumentalist James McAlister 2012 für ein Auftragsprojekt ins Boot holte, kam das alles endlich zusammen. Das Material des Bühnenstücks haben Stevens und McAlister nun noch einmal in ein Album verwandelt. Alle Planeten sowie Sonne und Mond werden hier mit einem Stück bedacht, Schwarze Löcher, der Kuipische Gürtel oder der Halleyʼsche Komet immerhin mit instrumentalen Interludien. Der Leitstern der Konstellation bleibt Stevens. Seine zarte, gelegentlich durch Autotune verfremdete Stimme ist es, die die römischen Göttermythen hinter den Himmelskörpern reflektiert. Und auch die dominanten elektronischen Texturen tragen seine Handschrift. Sie wogen und pulsieren, türmen sich dramatisch auf, bratzen unvermittelt los oder entfalten im Fall von Saturn gar tanzbare Qualität. Stellenweise erinnert das an die ambientartige Electronica von The Album Leaf, bei denen McAlister aushilft, vor allem aber an Stevensʼ "The Age Of Adz". Die Orchesterarrangements, die zweifellos der Kompetenz Muhlys und Dessners zu verdanken sind, verleihen dem Ganzen bisweilen Wagnerianische Wucht. Manchmal ist es zu viel des Guten und mit 76 Minuten auch ganz schön ausschweifend – schließlich gehtʼs ums Sonnensystem. Doch braucht es manchmal nur Sufjan Stevens singend an Klavier oder Gitarre und ruckzuck öffnen sich die Himmelspforten.

Bewertung: 8/12

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