Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Toby Schaper

Lucifer - Lucifer II

Lucifer II

Auf dem zweiten Alben huldigt die runderneuerte Band weniger Okkultrock und Doom, sondern dem Rock-Kanon der 70er – und das sehr kompetent.

Vor vier Jahren brachten die beiden Berlinerinnen Johanna Sadonis und Linnea Olsson unter dem Namen The Oath ein vielversprechendes Proto-Metal-Album heraus – leider implodierte das Projekt schon kurz nach der Veröffentlichung. Während sich Olsson zunächst Grave Pleasures anschloss, brachte Sadonis wenige Monate später ihre neue Band Lucifer an den Start – das erste Album wirkte dann aber auch wie ein Schnellschuss. Das kann man über "Lucifer II" nicht sagen, hier wurde alles bis zum Ende gedacht und ausformuliert. Das liegt auch an der Akribie von Sadonis neuem Songwriting-Partner Nicke Andersson (Entombed, Hellacopters, Imperial State Electric...). Gemeinsam haben die beiden einen Querschnitt durch den Classic Rock der 70er auf einer Platte vereint – Uriah Heep, frühe Scorpions, Heart, dazu eine Prise Doom beim fulminanten Finale "Faux Pharao" – und die Zeitreise ist perfekt. Das eigentlich Unglaubliche ist aber, dass Andersson fast alle Instrumente auf der Platte selbst gespielt hat, so tight wie der sonnige Opener "California Son" shuffelt, hat das schon etwas Geniales. Sadonis findet dazu stets die richtigen Melodien – speziell "Reaper On Your Heels" ist ein mitreißender Hit, opulent und detailverliebt produziert, mit Glocken und Chören –, ohne die Songs zu überfrachten. Lediglich der Rhythm’n’Blues von "Dancing With Mr. D" wirkt etwas beliebig. Dafür dürften die folkigen "Dreamer" und "Before The Sun" alle befrieden, denen die Blues Pills auf ihrem zweiten Album zu weit in Richtung Motown abgebogen sind.

Bewertung: 8/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.