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0 Autor: Carsten Sandkämper

Spidergawd - IV

IV
  • VÖ: 24.02.2017
  • Label: Crispin Glover/Soulfood
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 288

Im vierten Anlauf schaffen Spidergawd eine bemerkenswerte Stilkorrektur: Willkommen in der New Wave Of Norwegian Heavy Metal.

Das Tempo, mit dem das Quartett um Per Borten Alben aufnimmt, ist nach wie vor erstaunlich. Die ersten drei Alben sind Zeugnis einer Bandevolution im Zeitraffer. Das vierte markiert jedoch eine Zäsur. Einerseits, weil mit dem Ausstieg von Kenneth Kapstad aus Motorpsycho und dem Abschied von Motorpsycho-Bassist Bent Saether von Spidergawd auch die letzte Verbindung zu Norwegens Übervätern in Sachen Psychedelic Rock gekappt ist. Andererseits sprang Borton für "IV" kopfüber in die Ursuppe seiner Einflüsse und gab sich vollends den Riffs und Hooks hin, mit denen er aufgewachsen ist. Waren Thin Lizzy, Blue Cheer und Judas Priest bislang wohlzitierte Einflüsse in Spidergawds Musik, so bilden sie aktuell den Ausgangspunkt für jeden Song. Borten hat zwei Dinge in den Mittelpunkt dieses Albums gestellt: seine Gitarre und den Hit. Letzte Improvisationen an den Rändern der Songs wurden abgeschnitten, Gitarrenlinien stilisiert, Chöre aufgetürmt. Es ist der Geist dreckigen Stadion-Blues-Rocks im Stile ZZ Tops, den Songs wie "Is This Love...?" vor sich hertreiben. Spidergawd stampfen durch acht Stücke, die mit einer Ausnahme als Single ausgekoppelt werden könnten. Im achtminütigen "The Inevitable" wird vor allem deutlich, dass Borten nicht nur ein begnadeter Songwriter, sondern auch ein verdammt guter Gitarrist ist. In Sachen Rock'n'Roll-Vergangenheitsbewältigung machen Spidergawd weiterhin alles richtig. Dass man ihnen wie keiner anderen Band jede noch so abgehangene Plattitüde verzeiht, ist kein Makel, sondern ein Alleinstellungsmerkmal.

Bewertung: 9/12

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