Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Toby Schaper

Voivod - Post Society (EP)

Post Society (EP)

Mit ihrem letzten Album hatten die Kanadier ihren Post-Nuclear-Thrash wieder voll in die Spur bekommen – jetzt legen sie eine tolle EP nach, die mehr Noten enthält als viele Doppelalben.

Möglicherweise sind Voivod die originellste Metal Band überhaupt. Ihr atmosphärischer Endzeit-Thrash voller Windungen ist bei aller Dissonanz immer eingängig und in Verbindung mit einem konsequenten inhaltlichen und visuellen Konzept ein Gesamtkunstwerk. Verblüffend ist, dass sie es geschafft haben, sich ihre Identität auch nach dem Tod ihres stilprägenden Wundergitarristen Piggy zu erhalten. Ihrem letzten Album "Target Earth" ist der Verlust tatsächlich nicht anzuhören, mit Chewy hat man einen ähnlich wahnsinnigen Nachfolger gefunden. Allerdings ist man darauf mit den Disharmonien und ungeraden Takten etwas übers Ziel hinausgeschossen. Nun folgt also eine EP, die leichter konsumierbar ist. In durchweg um die sechs Minuten langen Kompositionen werden zwar jede Menge Breaks verbaut, allerdings gibt es mehr melodische Inseln als zuletzt. "We Are Connected" hat einen schönen Space-Breakdown, "Fall" verbreitet herbstliche Melancholie und der Titelsong ist geradliniger, derber Thrash mit Hitmelodien. "Forever Mountain" ist wohl das komplexeste Stück, braucht etwas Zeit, erzeugt aber zwischendrin dieses herrlich beklemmende Gefühl von Verlorenheit, das keine andere Band so hinbekommt. Lediglich das Cover von Hawkwinds "Silver Machine" ist zu offensichtlich und kann dem Original nichts hinzufügen. Mit einer guten halben Stunde Spielzeit ist diese EP länger als manches Album, deshalb ist das gut zu verschmerzen. Die Gleichung Space Metal = Voivod geht eben immer noch auf.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.