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0 Autor: Carsten Sandkämper

Sunn O))) - Kannon

Kannon

Die Roben sind zurück. Nicht nur in der bildlichen Darstellung der Drone-Metal-Band Sunn O))) findet eine Rückbesinnung statt, auch musikalisch klingt "Kannon" nach "wie früher". Wohltuend. Oder besser: Niederschmetternd.

Knapp ein Jahr nahc ihrer epochalen Kollaboration mit Scott Walker beenden Stephen O'Malley und Greg Anderson ihre Reihe von gemeinschaftlichen Arbeiten und veröffentlichen das erste offizielle Sunn O)))-Album nach "Monoliths & Dimensions". Wie sie uns über ihren Demo-Output "LA REH 012" bereits ankündigten, haben sie ihr Visier wieder mehr in Richtung Metal ausgerichtet. "Kannon" wird von einem buddhistischen Konzept überspannt und diverse bekannte wie Attila Csihar, Oren Ambarchi und Steve Moore steuerten ihren Teil bei, im Zentrum des Geschehens stehen jedoch die schluchtentiefen Drone-Riffs, die dem Werk eine enorme Brutalität und Intensität bescheren. Das Album zerfällt in drei Teile, die jeweils zwischen neun und zwölf Minuten lang sind. Die einzelnen Stücke sind im Gegensatz zum von der Gedankenwelt Scott Walkers dominierten "Soused" sehr direkt gehalten und kreisen jeweils um ein simples Gitarrenthema. Sunn O))) klingen so seit Jahren das erste Mal wieder so kompromisslos düster und abgründig, dass man sich bei voller Lautstärke vor den Toren der Hölle angekommen fühlt. So klingt "Kannon 2" mit seinen sakralen Chören beängstigend nach schwarzer Messe, die mit dem wortwörtlichen Zerbrechen des akustischen Raumes endet. "Kannon 3" hingegen zelebriert mit seinen Black-Metal-Klischees eine beängstigende Rückwärtsgewandtheit, die etwas auf den Magen schlägt. Aber um es mit Buddha zu sagen: Das Geheimnis des außerordentlichen Menschen ist in den meisten Fällen nichts als Konsequenz.

Bewertung: 8/12

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