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0 Autor: André Bosse

Wilco - Star Wars

Star Wars

Streaming und die Folgen, in einer neuen Dimension: Wilco verschenken die Musik ihres neuen Albums.

Nachdem zuletzt HipHopper, Superstars und andere innovative Pioniere ihre Musik von heute auf morgen im Netz veröffentlichten, entschieden sich jetzt auch Wilco zu diesem Schritt: Die Fans der Band (und davon gibt es besonders in Amerika sehr viele, spielen Wilco doch dort eine Rolle, die in Deutschland Element Of Crime beanspruchen) begannen Freitag, den 17. Juli, wie gewohnt mit Dusche und Kaffee – und konnten sich dann völlig unverhofft und kostenlos ein neues Album ihrer Lieblingsband herunterladen. Auf dem Titel eine Katze, der Titel "Star Wars": schöner Netzhumor. Und tatsächlich ging es Bandchef Jeff Tweedy um den Spaß: Er wolle mal sehen, wie es sich anfühlt, Musik auf diese Art rauszuhauen, sagt er. Ab 21. August wird die Platte dann ausschließlich auf CD zu haben sein, das Vinyl gibt’s im November. Jede Wette, dass in den nächsten Monaten weitere Bands ihre neue Musik auf diese Art in die Welt setzen. Und jetzt zum Album selbst: "Star Wars" ist eine kurze Wilco-Platte, nur gut eine halbe Stunde lang. Die Band hatte sich schon länger von den komplizierten Strukturen ihrer Meisterwerke aus den frühen 00er-Jahren verabschiedet. Waren die letzten Alben saubere Arbeiten perfekter Handwerker, steckt "Star Wars" tiefer im Dreck. "Bei Random Name Generator" treffen die frühen Strokes auf Glamrockgitarren, "You Satellite" ist eine Lou-Reed-Hommage mit exzellenten Schrammelgitarren, "Magnetized" klingt, als hätten Radiohead die späten Beatles für sich entdeckt. Am Ende fiept es in allen Ecken, eine singende Säge setzt ein – schön wäre es, würde dieser Song niemals enden. So bleibt Plan B: "Comfortably Numb" von Pink Floyd hören.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.0/12

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