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0 Autor: André Bosse

Black Rebel Motorcycle Club - Live In Paris

Live In Paris
  • VÖ: 05.06.2015
  • Label: Pias/Abstract Dragon/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 266

Nebel, Leder, Knistern: Die besondere Rock’n’Roll-Erotik des Black Rebel Motorcycle Club in Ton und Bild.

Ein Live-Album der Band gab es zuletzt vor vier Jahren, warum jetzt noch eins? Anlass ist die Live-Dokumentation von Bartleberry Logan, die Ende 2014 einen UK Music Award gewann – und nun im Paket mit dem Doppelalbum sowie dem Film "33,3%" erscheint, einem Porträt der Band. Dass sich die Kalifornier gut vor der Kamera machen, erkannte 2004 schon Michael Winterbottom, der in seinem Konzert-und-Vögel-Film "Nine Songs" die zwei Hauptfiguren zu einem Gig des Black Rebel Motorcycle Club schickte. Das Leder, der Nebel, der diffuse Rocksound – all das besitzt erotische Ausstrahlung. Verständlich, dass auch Livefilmer Logan und Dokumentarfilmerin Yana Amur auf diese Requisiten setzen. Auf der Bühne steht die Band immer im Halbschatten, bei den Interviews darf geraucht werden. Es entstehen beinahe nostalgische Bilder einer Rock’n’Roll-Kultur, die langsam aber sicher verschwindet, weil neue Gruppen wie Alt-J oder Vampire Weekend ganz andere Vorstellungen vom Leben auf Tour haben. Man sollte Acts wie Interpol, ... Trail Of Dead und eben auch den Black Rebel Motorcycle Club daher wertschätzen – zumal ihre Alben im Laufe der Jahre nicht schwächer werden. Die erste Hälfte der Setlist besteht aus den Songs der aktuellen BRMC-Platte "Specter At The Feast", und weil die Band die Stücke sehr intensiv spielt, wird deutlich, wie brillant auch die ruhigen Tracks wie "The Returning" mit seinem wunderbaren Bass oder "Lullaby" sind. Die Hits gibt es dann in der zweiten Hälfte. „Die wird euch besser gefallen“, sagt Robert Levon Been bei einer Ansage. Aber wirklich nur ein bisschen.

Leserbewertung: 10.0/12

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