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Soulfly - Archangel

Archangel

Für das zehnte Soulfly-Album geht Frontmann Max Cavalera in gleich zwei Bereichen ans Limit: Death Metal und mystische Symbolik.

Nach Enslaved (2012) und Savages (2013) wirkte es, als hätte Cavalera das bei Soulfly Mögliche an Thrash- und Death-Metal-Härte ausgereizt. "Archangel" fegt nun jedoch mit einem rasenden, brachialen Zorn über den Hörer hinweg, der Cavaleras Metal-Supergroup Killer Be Killed wie Schuljungen klingen lässt und selbst das brettharte, aktuelle Cavalera-Conspiracy-Album Pandemonium aussticht. Orientierungspunkt war offenbar weniger Cavaleras eigene Thrash/Death-Frühphase mit Sepultura als der Blackened Death Metal von Behemoth oder Belphegor – nur, dass Cavalera seltener auf Galopp-Rhythmus als auf seinen dahinwalzenden Groove Metal setzt. Auf diesem martialischen Fundament breitet der Frontmann seine mystischste Platte seit Prophecy (2004) aus: "Bethlehems Blood" ergänzt Dampfhammer-Riffing mit einer biblischen Trompete, "Sodomites" unterfüttert den Gitarrensturm neben einem Gesangsauftritt von Ministrys Al Jourgensen im Refrain mit Keyboard-gestützten Background-Chorälen, und auch "Shamash" gibt sich mit sakralen Keyboard-Effekten spirituell. Das kann man effektheischend und kitschig finden, Cavalera wirft außerdem unbekümmert Biblisches mit den griechischen Titans, der "Mother Of Dragons" aus Game Of Thrones und der irgendwie themenfremden Szene-Hymne "We Sold Our Souls To Metal" zusammen. Die Inhalte liefern auf "Archangel" aber schlicht nur das nötige Pathos, um dem muskulösen Sound die passende lyrische Tapete zu geben. Und der atmet so eine Lust an der Brutalität, dass unterm Strich trotz kleiner Songwriting-Schwächen ein gutes Album bleibt.

Leserbewertung: 11.0/12

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