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0 Autor: Martin Iordanidis

Soulfly - Enslaved

Enslaved

Max, der alte Fließbandmalocher. Den Dreck zwischen den Zähnen wird er nicht mehr los, den Glauben an das Gold darin aber auch nicht. Soulfly suchen und finden – wenn auch nur sich selbst.

Wenn Bühnen oder Studios Besuch von Käpt’n Authentisch bekommen, ist Daueralarm angesagt. Dafür kennen wir ihn, dafür lieben oder hassen wir ihn. Der "Enslaved"-Höllentoröffner "Resistance" hat etwas von einer Werksirene, also schon mal in Deckung bitte. Sobald die hintergründigen Blastbeats und verhallten Paukenschläge aufs Trommelfell treffen, wähnt man sich in Verfilmungen, die "Fukushima Death Blast" oder "2012 – Mayan Gore Attack" heißen könnten. Plakativ und trashig eben, aber immer mit Gehirnstückchen im Gebiss. Die Abkehr vom Nu Metal zurück ins Kellergeschoß des Thrash haben Soulfly schon 2004 mit "Prophecy" vollzogen, seitdem haben Death-, und Grindcore-Elemente sie in Richtung des frühen Sepultura-Sounds gebogen. "Dark Ages" addierte experimentelle Sounds zu Cavaleras Perpetuum Mobile, das Vorgängeralbum "Omen" zeigte auffällig glänzende Gitarren von Marc Rizzo. "Enslaved" führt all das fort, und in "World Scum" entdeckt Cavalera, wie viel infernalischer seine Stimme klingt, wenn er noch einen Octaver darüber schaltet. "Redemption Of Man By God" hätte mit einem viel schlechteren Sound auch 1986 auf "Morbid Visions" funktioniert; der Hüpfrefelex in "Plato O Plomo" jedoch nur so lange, bis unverzerrte spanische Gitarren einen Strich durch die Klischee-Rechnung machen. "Intervention" und "Gladiator" baggern mit polterndem Death Metal-Beats Chuck Schuldiner aus dem Grab, und das ultraschnelle "Chains" versöhnt mit Cavaleras eigener Vergangenheit auf "Beneath The Remains". Max, auch dieses Album ist besser als dein Ruf.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.0/12

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