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0 Autor: Florian Zandt

Idlewild - Everything Ever Written

Everything Ever Written

Knapp fünf Jahre musste man darauf warten, dass Idlewild 90er-Alternative und Indierock abschütteln und ihre treibenden Hymnen in ein wollig-warmes, neues Gewand aus Psychedelia und musikalischem Traditionalismus kleiden – und damit mit Karacho an allen Erwartungen vorbeischlittern.

Es ist schon bemerkenswert, dass Idlewild sich nach der langen Pause überhaupt für ein neues Album zusammengerauft haben. Schließlich hat Sänger Roddy Woomble die letzten Jahre zur Veröffentlichung zweier durchaus erfolgreicher Solo-Alben genutzt, und Gitarrist Rod Jones hat sich mit seiner Band The Birthday Suit beschäftigt. "Everything Ever Written", das Ergebnis der erneuten Zusammenarbeit der beiden, unterstützt von frischem Personal im neu zusammengestellten Band-Kader, ist auf den ersten Höreindruck hin ziemlich unerwartet. "Collect Yourself" ist funky 70s-Rock allererster Güte, "So Many Things To Decide" orgelt und fiedelt sich ins Herz jedes Americana-Fans, "Nothing I Can Do About" experimentiert mit Killers-artigem Streicher-Poprock und kratzigen Heavy-Rock-Gitarren, und das extrem groovige "(Use It) If You Can Use It" schraubt den Psych-Faktor auf elf. Mit Indierock haben die reinkarnierten Idlewild nur noch wenig zu tun. Vielmehr hat die Band Speck an genau den richtigen Stellen angesetzt und hält Ausflüge in die eigene musikalische Vergangenheit mit Songs wie "Radium Girl" und "On Another Planet" erstaunlich kurz. Trotz des überraschenden Fokus auf Orgelrock und Fuzzgitarren haben alte und neue Idlewild immer noch eine wichtige Sache gemeinsam: die grandiosen Hooks, die sowohl im Stadion als auch in den heimischen vier Wänden mühelos funktionieren.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 8.0/12

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