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Slipknot - .5: The Gray Chapter

.5: The Gray Chapter

Slipknot setzen ihrem 2010 verstorbenen Bassisten Paul Gray mit ihrem fünften Album ein Denkmal – und lassen zu, was es so bisher im dauerzornigen Bandkosmos nicht gab: persönliche Verletzlichkeit.

"This song is not for the living/ This song is for the dead" lautet der erste Satz, den man durch die Störgeräusche des Openers "XIX" ausmachen kann, dann gesteht Sänger Corey Taylor, was für einen Schlag ihm der Tod des Freundes versetzte: "With my face/ Against the floor/ I can see you knocked me out of the way." Was in der knappen Stunde danach folgt, kommt einer Mischung des "Iowa"-Hasses und der melodischen Selbsterfahrungstrips von "Vol. 3: (The Subliminal Verses)" nahe: Selbst das rasende "Sarcastrophe" mit seinem kurzen Grind-Part beginnt mit düster brodelndem Gitarren-Picking, der atemlose Thrash-Metal von "AOV" trumpft mit Stone Sour-Gesang und einem fast einminütigen Melodie-Break auf. Am deutlichsten gelingt diese Verbindung in der grandiosen Single "The Devil In I" die vom Melodiegesang über einen heftigeren Refrain bis zum tobenden Ausbruch perfekt die Balance zwischen atmosphärischen Passagen und Wutanfällen findet. Das gilt so in etwa auch für ".5: The Gray Chapter" insgesamt, Songs wie dem bitterbösen "Custer" mit Todesengel-Effekt stehen diverse emotionale Momente gegenüber: "The last thing on earth I am ready to do is say goodbye" offenbart Taylor in "Goodbye" zu Unterwasser-Synthies, der Closer "If Rain Is What You Want" wiederum liefert sich doomig und mit Melodiegesang der eigenen Hoffnung aus. Dass einige Songs zu lange geraten sind, verzeiht man schon deshalb, weil Slipknot mit diesem Album – im Gegensatz zu "All Hope Is Gone" – ihrem Willen zu mehr Dynamik eine gelungene emotionale Grundlage verschafft haben.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 7.2/12

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Kommentare (1)

Avatar von shoegazer shoegazer 21.03.2016 | 19:29

Geile Platte. Gute Mischung aus Melodie und Hardcore.

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