Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Markus Hockenbrink

Esben And The Witch - A New Nature

A New Nature
  • VÖ: 12.09.2014
  • Label: Nostromo/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 258

15-Minuten-Songs sind für jede Band eine Herausforderung. Esben And The Witch präsentieren auf ihrer neuen Platte nicht unbedingt das Ergebnis, sondern vor allem den Versuch.

Auch auf Album Nummer Drei hat sich die Band noch nicht so richtig an das Studioambiente gewöhnt. Denn: „Die Songs, die wir gerne live spielen, tendieren dazu, eher heavy zu sein“, wie Sängerin Rachel Davies sagt. Als ob zwei Seelen in ihrer Brust wohnen, oszilliert "A New Nature" zwischen introspektiven Indierock-Momenten und solchen, in denen das Trio so brachial wie möglich klingen möchte. Allein, Esben sind keine Doom-Metal-Band und auch kein Noise-Rock-Projekt, da können sie noch so viel <a href="https://www.visions.de/artists/2649/swans >Swans hören wie sie wollen. Das Spannende an ihrer neuen LP ist aber eben genau dieses Grenzgebiet: zu sanft, um wirklich Angst zu machen, zu krawallig, um direkt schlafen zu gehen. „Manche finden es bedrohlich, andere eher aufrüttelnd“, sagt Davies. „Wir wollten vor allem, dass es stark klingt. Zuversichtlich, kraftvoll.“ A New Nature ist die Art von Platte, die auch noch im Scheitern schön klingt, ganz einfach, weil sich die Band so bewundernswert viel vorgenommen hat. Davies hat nicht die Stimme, um einen nachhaltig einzuschüchtern, und auch dem Rest der Band hört man die metalferne Ausbildung an. Das zentrale Stück "The Jungle" klingt trotzdem wie eine Expedition, bei der die Rückkehr nicht garantiert ist, also im besten Sinne abenteuerlich. Die unheimlichen Trompeten erinnern an die zweite LP-Seite von David Bowies "Heroes", der Rest des Albums eher an den Irrgarten hinterm Haus. Es ist eine doppelte Strategie: Die Katharsis kann man sofort haben, die Therapie dann später.

Bewertung: 8/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.