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Eels - The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett

The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett

Dabei sah es doch schon gut für ihn aus: Nach zwei hoffnungsvollen Alben ist der traurigste Kauz zwischen Songwritertum und Indierock mit einer allumfassenden Selbstanklage zurück.

Erst ganz am Ende seines elften Albums hat sich Mark Oliver Everett alias E selbst wieder in den Optimismus hinein geohrfeigt, den man sowohl auf "Tomorrow Morning" von 2010 als auch auf dem erst ein Jahr alten "Wonderful, Glorious" an vielen Stellen hören konnte. Bis dahin muss der 51-jährige sich und - gemäß dem Titel - auch dem Zuhörer 13 Songs lang erklären, dass er mit seinen Fehlern selbst für das Unglück in seinem Leben mitverantwortlich ist. Vor allem geht es um eine Frau, die von E vernachlässigt wurde und der er nun nachtrauert, und die als "Kindred Spirit" oder "Agatha Chang" in vielen Songs präsent ist. Dazu gibt es die für die introspektiven Platten von E typische Mischung aus Glockenspiel-schwangerer Songwriter-Intimität, feinen Indierock-Momenten und dezenten Orchester-Arrangements. Dass die immer noch nicht langweilt, liegt an kleinen Variationen wie dem leisen Musical-Drama "Gentleman's Choice" oder dem verhallt zu Holzbäsern dahinwabernden Requiem "Dead Reckoning" - und daran, dass E pro Album mindestens einen überragenden Song schreibt. Hier ist es mal keine Ballade, sondern der leichtfüßige Country-Indierock von "Where I'm From", einer anrührenden Vermissenserklärung an seine toten Familienmitglieder. Aus solcher Sehnsucht wird am Schluss in "Where I'm Going", dem musikalischen Zwilling des noch wortlosen Openers "Where I'm At", doch noch Zuversicht: "I can't say how long I stand at the line that I'm towing/ But I've got a good feeling/ About where I'm going." So frohen Mutes dürfen die Eels gern öfters klingen.

Bewertung: 8/12

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