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0 Autor: Jens Mayer

Filter - The Sun Comes Out Tonight

The Sun Comes Out Tonight

Seien wir ehrlich: Filter haben zwei große Hits im Repertoire, und Richard Patrick versucht sich auf jeder neuen Platte selbst zu covern.

Die beiden Songs, die Filter definierten, sind der Industrial-Rock-Knaller "Hey Man, Nice Shot" vom 1995er "Short Bus"-Debüt und die schwelgerische Akustikgitarren-Ballade "Take A Picture" vom Nachfolger und besten Bandalbum "Title Of Record". Was danach kam, war niemals wirklich schlecht, aber hat dem Spannungsfeld dieser zwei Stücke auch nie mehr etwas Neues hinzugefügt. Ist an sich nicht schlimm, machen schließlich hunderte anderer Bands, die ihren Sound gefunden haben, genauso. Nur dass Patricks Versuche, wieder an seine beiden Superhits anzuschließen, etwas tragisches und verzweifeltes haben. Auf "The Sun Comes Out Tonight" heißen sie beispielsweise "What Do You Say" und "Surprise". Das sind keine schlechten Songs, sie könnten im Bandkontext aber auch nicht einfallsloser klingen, sie hinterlassen keinen besonderen Eindruck. Das trifft letztlich auf das komplette Album zu. Die dicke Produktion, die druckvollen Gitarren, die schmeichelnden Melodien und die tanzbaren Drumbeats – das läuft alles wunderbar durch und ist dann auch gleich wieder weg. Ach ja, und dann kommen "Self Inflicted" und "First You Break It": Irgendeine Idee, wie die beiden Songs klingen könnten? Genau. Da fragt man sich fast, warum Patrick den Gitarristen Jonathan Radtke engagieren musste und nicht einfach alte Instrumentalspuren genommen und zeitgemäß aufgemöbelt hat. Erst am Ende hat man das Gefühl, Patrick würde wirklich zu sich selbst kommen, wenn er am Piano "It’s My Time" intoniert. Alles andere ist passabel, letztlich aber austauschbare Rockmusik aus Plastik.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 7.7/12

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