Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Dennis Plauk

Neurosis - Live At Roadburn 2007

Live At Roadburn 2007

Mitte der 90er führten Neurosis ihren Experimental-Metal mit philosophischem Überbau zur Vollendung. Drei schnörkellose Rereleases erinnern daran.

Vor allem "Enemy Of The Sun" (1994) erwies sich dabei als ein kreativer Quantensprung für die Band aus der Bay Area, deren mit Sludge, Goth, Folk, Noise und anfangs auch Hardcore-Punk versetzter Freidenker-Metal sich bis dato als eine ebenso gut gemeinte wie unausgereifte Angelegenheit erwiesen hatte. Mit "Enemy Of The Sun" und später auch "Through Silver In Blood" (1996) bündelten Neurosis ihre vielen kleinen Ideen dann aber zu einem großen Ganzen, indem sie bei aller Ethnohaftigkeit ihrer Kunst das Songwriting zur höchsten Priorität machten. VISIONS sah die Band im Folgenden zu Recht als „voll integriert in den exklusiven Zirkel der Musikschaffenden für den Weltuntergang“, wie es sich 1999 in der Review zum dritten großen Neurosis-Album der 90er las: Spätestens seit "Times Of Grace" (und seinem Ambient-Gegenstück "Grace", das Neurosis mit erweiterter Mannschaft als Tribes Of Neurot eingespielt hatten) stand die Band nach Auffassung einer nun breiteren Öffentlichkeit im Verdacht, die Speerspitze der sogenannten Post-Metal-Bewegung zu bilden. Vermehrt darauf angesprochen, reagierte Bandchef und Chefkauz Steve Von Till, wie man es erwarten konnte: gar nicht. Alle drei Alben erscheinen ohne Bonusmaterial, aber mit überholtem Artwork nun auf dem bandeigenen Label Neurot. Parallel dazu veröffentlichen Neurosis mit "Live At Roadburn 2007" den dritten Konzertmitschnitt ihrer Karriere – eher ein Dienst am Komplettisten. Die drei Wiederveröffentlichungen hingegen bereichern pauschal jeden Plattenschrank.

Leserbewertung: 8.5/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.