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0 Autor: Lena Glebe

We Have Band - WHB

WHB

Düster angetäuscht: Die Briten mit dem sakral angehauchten Namen verwandeln ihr Debüt spätestens nach dem dritten Song in einen John-Hughes-Soundtrack.

Clever gemacht: Im Intro die Grabeskerzen auspacken, eine schwarze Messe anmoderieren und Black Heart Processions Album "Six" auf einen Track zusammenstauchen. Im Anschluss einen schüchtern unentschlossenen Übergang schaffen, um dann hemmungslos die Retro-Synthies einzuschalten und sich in 30 Jahre alter Materie zu suhlen. Die grammatikresistente Konstellation aus Frau-Mann-Mann dreht an der aufpolierten Discokugel und hat den Anker im schulterpolsterfreien Teil der 80er, die Gegenwart zwischen Postpunk und New Wave immer im Blick. Dabei wird den Talking Heads und Joy Division ebenso gehuldigt wie Hot Chip, gepfiffen wie bei Peter Bjorn And John und bei Dead Or Alive geklaut, so dass man selbst als Minimal-Nostalgiker peinlicherweise ein „You spin me right round baby right round“ einwerfen möchte.

Dass die ehemaligen Plattenfirmen-Arbeitskollegen von We Have Band nicht auf ihr gegebenes Vitamin B zurückgreifen und ihren jetzigen Produzenten hauptsächlich für dessen Backkünste loben, ist ein Indikator der ehrgeizigen „Bloß nicht helfen lassen“-Gesinnung der Band, die sich seit ihrer Gründung 2007 in Eigenregie und Experimentierfreudigkeit versucht. So fand gleich der erste, auf einem Drum-Computer erzeugte Ton im Titeltrack von "WHB" seinen Weg auf die Platte. Anfängerglück? Vielleicht. Aber auch der überzeugende Rest ist eine abwechslungsreiche, stilistisch gemischte Tüte, die für etliche schmerzende Sohlen sorgen wird.

Artverwandte

MGMT - "Congratulations"
White Lies - "To Lose My Life"
Zoot Woman - "Things Are What They Used To Be"

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.3/12

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