Ich bin von Seeing Eye Dog nicht wirklich enttäuscht, denn das würde bedeuten, dass ich mir vom siebten Helmet-Album etwas versprochen hätte – jede Form von positiver Erwartungshaltung liegt nach den letzten beiden Alben, einer doppelten Ladung aus Tristesse und Ärgernis, längst begraben.
Was hier nun garstig klingt, kommt von einem Fan-Herz: Strap It On (1991), Meantime (1992) und Betty (1994) waren zu ihrer Zeit wegweisend und prägten ein ganzes Genre –Noise-Rock wäre ohne den Einfluss von Helmet ähnlich uninspiriert wie eine Champions-League-Saison ohne den FC Barcelona.
Leider ist von der Qualität, die früher den Unterschied machte, heute nichts mehr zu hören. Das Schlagzeug – früher Helmet-Trademark schlechthin – dümpelt ohne Esprit oder Finesse vor sich hin, denn Kyle Stevenson ist ein solider Handwerker, aber eben kein Gigant wie John Stanier. Page Hamiltons Gesang klingt in aggressiven Momenten extrem angestrengt, aber nie wirklich zornig. Und dass sich unter den zehn Tracks mit Morphing eine sphärische Klangspielerei und mit And Your Bird Can Sing eine bemerkenswert tragische Coverversion eines Beatles-Klassikers befinden, deutet darauf hin, dass Helmet anno 2010 eine Band mit eingeschränktem kreativen Potenzial sind – zumal es ein Großteil der anderen Songs früher sicherlich nicht auf ein Album geschafft hätte. So lassen lediglich das Foo-Fighters-artige In Person und der grobschlächtige Bastard Miserable aufhorchen. Und das wäre auch für Bands ohne ruhmreiche Vergangenheit zu wenig.
Bewertung: 4/12
Leserbewertung: 6.5/12
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