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0 Autor: Alexandra Brandt

Helmet - Meantime (Platten der Neunziger)

Meantime (Platten der Neunziger)
  • VÖ: 19.06.1992
  • Label: Amphetamine Reptile
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 82 - Schönheit der Ausgabe

Das vielleicht beste Album auf Amphetamine Reptile - ein Masterpiece des strukturierten Lärms.

Amphetamine Reptile war in den frühen Neunzigern die erste Adresse für den gestandenen Noiserocker. Dort fanden unzählige Bands eine Heimat, die es jenseits von ausgelatschten Metal-Strukturen krachen ließen - von den verschrobenen God Bullies bis hin zu Guzzard. Helmet nahmen in diesem Stall schon immer eine Ausnahmeposition ein - das folgende Statement von Helmet-Schlagzeuger John Stanier wurde bereits des öfteren zitiert, aber da man kaum eine bessere Umschreibung für den Sound dieser Band erfinden kann, sei es an dieser Stelle noch einmal angebracht: „Hart und laut, aber doch eher thinking man’s metal." Metall für Intellektuelle, das gab es bis dato eher in Form von Rush oder Queensryche - bis Helmet mit ihrem Entwurf krachorientierter Musik eine kleine Revolution durch die Boxen schickten. Wo das Debüt "Strap It On" bereits die Helmet-eigenen Qualitäten reduzierten Sound, scharf-brachiale Riffs und eine klaustrophobische Atmosphäre aufwies, jedoch insgesamt noch wesentlich roher und aggressiver wirkte, konnten das Trio seine Tugenden auf dem 1992 veröffentlichten Masterpiece "Meantime" perfektionieren: Durch ungeheuer präzise auf den Punkt gespielte und fast mathematisch strukturierte Songs setzte sich die Band um Page Hamilton deutlich ab von der restlichen Riege der Noiseschaffenden. Helmet zeigten sich auf diesem Album als Meister der sinnvoll kanalisierten Wut, die Melodie nicht ausschließt - bestes Beispiel dafür ist wohl ihr Wahnsinns-Track "Unsung".

Leserbewertung: 10.8/12

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