0 Autor: Stefan Layh

Funeral For A Friend - Memory And Humanity

Memory And Humanity

Die Brötchen, die Funeral For A Friend heute backen, sind kaum kleiner geworden. Aber sie sind bissfester und werden einzeln angeboten, nicht mehr im Dutzend.

Denn das exzentrische Experiment namens Konzeptalbum – das Muss schlechthin in der Discografie vieler ambitionierter Rockbands – ist für die Waliser abgehakt. Mit ihrem opulent vertonten Seefahrer-Schicksal "Tales Don't Tell Themselves" (2007) trafen FFAF auf durchwachsene Resonanz: Manchem Fan und Kritiker war der bis zum Bersten mit Pathos aufgeblasene, hy-permelodische Stadion-Rock wahlweise zu kitschig, zu gekünstelt oder zu handzahm. Zumin-dest ein halbes Zugeständnis machte die Band allen Zuhörern, denen die Metamorphose vom anfänglichen Screamo/Postcore zum bombastisch verschnörkelten Breitwandrock einen Schritt zu weit gegangen war: Das Songwriting auf "Memory And Humanity" tendiert von der verzückten "Tales..."-Verspieltheit zurück zum geradlinigeren Stil von "Hours" (2005). Konkrete Belege sind knackige Rocker wie "Constant Illuminations" oder "Kicking And Screaming". Der Schwerpunkt liegt aber knapp daneben, nämlich bei schwindelerregend me-lodischen, modernen und gut geschmierten Rocksongs à la "Maybe I Am?", "Someday The Fire..." oder dem riesigen "Building". Deutlich wird: Obwohl sie Epik, Atmosphäre und Me-taphorik reduzierten, klingen FFAF immer noch höher, breiter und tiefer als die meisten Genre-Nachbarn. Ob sie die Gefahr riechen, sich selbst zu zitieren?

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.8/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

0 Kommentare

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.