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    Erdmöbel
    Krokus

    VÖ: 17.09.2010 | Label: Edel
    Text: Dennis Drögemüller
    9 / 12

    Schluss mit gecoverten No. 1 Hits: Im spätsommerlichen Sonnenschein erblüht Erdmöbels achtes Album als weiterhin unverkrampftester Intellektuellen-Indiepop der Republik.

    Denn das ist und bleibt die große Stärke der vier Kölner: die lyrische Schärfe im verträumten Klangbett. Wo Tocotronic die deutsche Sprache für den Diskurs biegen und vernebeln, ringt Markus Berges ihr ganz selbstverständlich die Poesie von Worten wie „Luftballonwettbewerbskarte“, „Turmalin-Krepp“ oder „Futteral“ ab.

    Und wer würde nicht auf die Knie gehen vor Zeilen wie: „Das Haus hat geknistert/ Und ‚Verpiss dich‘ geflüstert“?

    Dazu noch die Selbstsicherheit, mit der Erdmöbel eine vom Namen her eigentlich zur Romantik-Schnulze verdammte Nummer wie Das Leben Ist Schön unpeinlich am Schlager entlang manövrieren. Die Rede vom großen Pop-Entwurf – hier bei Erdmöbel hat sie trotz allen Understatements Sinn, so präzise wie das Quartett Text und Musik erdenkt und dann gänzlich beiläufig zwischen Klavier-besoffenem Easy Listening, funky Pop und Bossa Nova in Szene setzt.

    Krokus kann aber auch aggressiv sein: Fremdes nimmt den Einsturz des Kölner Stadtarchivs zum Anlass, seine Wut auf den heimatlichen Filz in eloquente Worte zu fassen. Der Rest gibt sich handwarm, hat aber viel zu sagen: die Ausstellung über das Glück im Hygienemuseum Dresden shufflet in eleganter Ausgehhose zu Holzbläsern über die Tanzfläche, und Arbeiten feiert als unkonventioneller Philosophie-Schwof die Möglichkeiten des grenzfreien Popsongs.

    So viel erdiger Wohlklang kann dann nur das folgende krude Lob nach sich ziehen: Krokus ist mindestens so schön wie eine Fahrt im Niederrheinexpress bei Geldern.

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