Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Ingo Neumayer

Die Fantastischen Vier - Viel

Viel

Gelassen und ausgelassen zeigen die Fantastischen Vier, dass mit ihnen noch zu rechnen ist.

Der Einstieg gelingt furios: "Bring It Back" ist einer der drei besten Fanta-Songs ever. Erstens, weil seine explosiv rockende Old-School-Machart derart Spaß und einen wild rumspringen macht. Und zweitens, weil die Story zum Kugeln ist: Smudo, Thomas D. und Michi Beck stehen vor einer Frankfurter Disco, die besten Tage sind vorbei, der Türsteher erkennt sie nicht. Es folgt ein augenzwinkerndes, gleichsam witziges wie wahres Vorstellungsgespräch (Thomas über Son Goku: "Ich bin ein Popstar / auch wenn's mit der Rockband ein Flop war"), der Bouncer erbarmt sich endlich. Dann entdeckt jedoch Erzfeindin Sabrina Setlur die Drei und disst sie in bewährter Rödelheimer Art und Weise: "Ihr seid schwanzlose Posers, out wie Guns N'Roses". Touché – so abgeklärt hat hier bislang niemand mit Szene-Codes, Selbst- und Fremdbild gespielt. Und das, wo die Fantastischen Vier doch schon lange nicht mehr bloße HipHopper sind. Das zeigt die Smool & The Gang-Nummer "Geboren", funky, dancy, perfekt austariert, mit schlauem Telegramtext in "MfG"-Manier. "Jede Generation" mit seinen Elektroblubbersounds. Oder "Keine Lösung", der Griff ins Reggae-Regal. Nach dem letztendlich lediglich halblebendigen Vorgänger "4:99" haben die vier Schwaben den Salz- und Pfefferstreuer wiedergefunden, wirken frisch, gestärkt und spielen ihre Vielseitigkeit aus. Am Ende erklingen Fußballgesänge: "Viele Fans, keine Stimmung – Thomas D." "Außer And.Y könnt ihr alle gehen." Mit einer ironischen Selbstschmähung schließt sich der Kreis um ein Album, das zwar voll souverän geraten ist, aber gottlob kein Alterswerk, das Siechtum und Karriereherbst einläutet. Chapeau Schwabo!

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 6.2/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.