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Mando Diao - Bring 'Em In

Bring 'Em In
  • VÖ: 15.03.2004
  • Label: Capitol/EMI
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 132 - Schönheit der Ausgabe

Seltsamer Name, super Musik. Aber wie machen die Schweden das bloß, ständig fantastische Rock'n'Roll-Bands aus dem Hut zu zaubern?

Okay, auch wenn man von Mando Diao (was auf jeden Fall mehrsprachig ist und so viel wie göttliche Gewalt heißen könnte) noch nichts bis nicht viel gehört hat, so existiert das Quintett um die beiden Sänger und Gitarristen Gustaf Norén und Björn Dixgard bereits seit 1995. Doch erst 2002 sollte ihr Debütalbum erscheinen. Der Name des Albums? "Bring 'Em In". Dass dieses Werk jetzt erst bei uns erscheint, liegt daran, dass die sich (laut Info) unbeschreiblich großkotzig gebende Band zunächst mal Schweden erobern wollte – und erst danach die restliche Welt. Wenn wir das Ganze einmal nüchtern betrachten, dürfen sich die Fünf aus Borlänge durchaus zufrieden geben, wenn sie nur halb so groß werden wie die Hives. An gutem Songmaterial mangelt es den sehr authentisch nach den 60s aussehenden Jungs jedenfalls nicht. Die zwölf Stücke des Albums decken alle Elemente ab, die den Rock der 60er und frühen 70er gut gemacht haben. Drei Singles sind schon mal an Bord (und woanders auch bereits veröffentlicht). Da wäre das eröffnende, orgelrockpoppende "Sheepdog", das eher ruhige, britpoppige "Mr. Moon" und das fetzige, mit hinreißenden Gesangs- und Orgelharmonien versehene "The Band". Doch darüber hinaus gibt es mit "Paralyzed" eine respektable Velvet Underground-Reminiszenz, eine hervorragende Fünf-Minuten-Hymne mit Lalala-Chorus ("To China With Love"), einen Hüftschwung-Rocker ("Sweet Ride") oder mit dem verdächtig betitelten "Motown Blood" einen swingend-souligen Tanzbodenfüller. Wer also die Whyte Seeds (zu Unrecht) missachtet hat, wem die Caesars eine Nummer zu poppig sind oder die Hives zu eintönig, der sollte sich Mando Diao gönnen und auf Entdeckungsreise gehen. Als Belohnung winken rockhistorische Déjà-vus en masse. Das macht nicht nur Spaß, das könnte in einer gerechten Welt auch ganz groß werden.

Leserbewertung: 9.7/12

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